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25.06.03

A. L. Kennedy liest aus "Alles, was du brauchst" und neuen Erzählungen 

Berlin, 10. November 2002, British Council

 

 


Nachdem wir im Leselust-Forum schon ihr Buch "Alles, was du brauchst" gemeinsam gelesen und diskutiert hatten, war ich besonders neugierig darauf, die Autorin persönlich zu erleben. 

Sonntag Mittag im British Council - volles Haus. A.L. Kennedy bemerkt dazu, dass, hätte diese Lesung beispielsweise in London stattgefunden, die Leute noch nicht wieder wach vom Vortag wären - sie selbst eingeschlossen.

Ähnlich geht es weiter - witzig, schlagfertig, ein zierliches Persönchen im dicken Strickpulli, und mit einer so tiefen und rauen Stimme, dass man sie auf den ersten Blick nicht mit ihr in Zusammenhang bringen würde.

Aber wenn man ihr eine Weile beim Erzählen zuhört, dann passt die Stimme doch wieder - denn zimperlich ist die Autorin nicht, das beweist sie dann auch mit der Szene, die sie aus "Alles, was du brauchst" vorliest: Jacks Alkoholexzesse, sein Deal, für einen Alkohol-Einlauf seine Zähne zu opfern.

Gerade in ihrer Heimatstadt hätte sie es häufiger erlebt, dass Leute zur Lesung gekommen wären, die stolz darauf waren, dass jemand aus ihrer Stadt ein Buch veröffentlichen konnte und nun daraus vorlas; aber dieser Stolz verwandelte sich dann rasch in starkes Unwohlsein, wenn sie dann ihre Geschichten zu erzählen anfange.

Nachdem sie auch noch eine Erzählung aus einem noch nicht veröffentlichten Band vorgelesen hatte, kam es zu einem recht angeregten Gespräch zwischen Publikum und Autorin; dass die nicht nur schreiben kann, sondern auch über Entertainer-Qualitäten verfügt, ihr Publikum genau im Griff hat und mit launigen Erzählungen geschickt zu lenken versteht, kann man nicht übersehen.

Besonders haften geblieben ist mir ihre Schilderung des immer vorhandenen unterschwelligen schlechten Gewissen der Schotten, das auf die religiöse Prägung durch die Calvinisten zurückzuführen ist. Die Beispiele, die sie dafür angebracht hat, hat mir eine schottische Freundin dann nochmals bestätigt.

Auch wenn man sich für die Bücher von A.L. Kennedy gar nicht interessieren sollte - eine Lesung mit ihr würde ich mir nicht entgehen lassen, weil sie eine glänzende Unterhalterin ist.   

  Die Autorin:

Alison L. Kennedy, geboren 1965 im schottischen Dundee, gehört seit der legendären Granta-Anthologie "Best of young British writers" zu den meistbeobachteten Autorinnen in Großbritannien und gewann mehrere Preise. Sie lebt als Autorin, Filmemacherin und Dramatikerin in Glasgow. 

Weitere Titel

Gleißendes Glück

Stierkampf

Ein makelloser Mann

Einladung zum Tanz

Alles, was du brauchst

Hat nichts zu tun mit Liebe



© Daniela Ecker
24. Juni 2003
LESELUST

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