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Ian Rankin liest aus "Puppenspiel", "Das zweite Zeichen" und "Ehrensache"

Berlin, 18. September 2002, British Council

Deutscher Part: Udo Wachtveitl 

 

 


Durch die Empfehlung einer Freundin hatte ich mich zu einer weiteren Krimireihe überreden lassen - und es bislang nicht bereut! Ian Rankin schreibt witzige und intelligente Krimis mit einem soliden Plot und erzählt nebenbei auch immer noch eine Menge über Edinburgh und Umgebung.

Nachdem er nun endlich auch in Deutschland mehr Beachtung findet (anders wäre ich auch nicht auf ihn aufmerksam geworden) hat der Verlag ihn auf eine Lesereise geschickt - und, als wäre er noch nicht Attraktion genug, ihm noch Udo Wachtveitl, den meisten aus dem Fernsehen bekannt, zum Verlesen der deutschen Übersetzung zur Seite gestellt.

Rankin und Wachtveitl sind allerdings ein wunderbares Gespann. Bei der Lesung geht launig ein Part in den anderen über. Rankin zuzuhören, wie er aus der Originalfassung liest, macht mir zum ersten Mal bewusst, wie viel Humor auch in diesen Büchern steckt, wie viele Wortspiele enthalten sind - und den Autor dann auch noch die Dialoge im schottischen Akzent sprechen zu hören überzeugt mich auf der Stelle, die restlichen Bände überwiegend auf Englisch lesen zu wollen.

In Bayern, so erzählt uns Wachtveitl bevor er weiterliest, hätte er das Schottische durch Bayrisch ersetzt, würde uns das aber hier in Berlin nicht zumuten - was ich sehr bedauert habe!

Danach erzählt der Autor noch - davon, dass es das Pub wirklich gibt, in das er seinen John Rebus immer schickt, dass es in Edinburgh mittlerweile tatsächlich geführte Rebus-Touren auf Krimispuren gäbe. 

Er hätte es auch einmal mit Musik versucht, und die Musik, die Rebus in den Büchern hört, entspricht ziemlich genau auch seinem eigenen Geschmack. 

Rebus ist mit ihm älter geworden, meint er; sein Geschmack ändert sich, sein Schwerpunkt verschiebt sich langsam doch ein wenig. 

Früher hatte Rankin überlegt, Rebus einen zweiten Polizisten als Vertrauten zur Seite zu stellen, was man in "Das zweite Zeichen" und "Ehrensache" auch verfolgen konnte, ist dann aber doch von der Idee wieder abgekommen, weil Rebus nun einmal ein Einzelkämpfer ist.

Da sich langsam aber die Zeit nähert, da Rankin darüber nachdenkt, Rebus in den Ruhestand zu schicken, hat er eine Kollegin als potentielle Nachfolgerin aufgebaut - Shiobhan, die sich im Gegensatz zu Rebus mehr mit den modernen Techniken der Verbrechensbekämpfung auseinandersetzt.

Rankin, das merkt man, ist ein Profi, ist es gewohnt, für sich zu sprechen - aber auf seine ruhige, unprätentiöse Weise hat er mich sehr für sich eingenommen. Die Fotos auf den Buchumschlägen werden ihm auch nicht gerecht; ein durchaus attraktiver Mann, und dass er nicht seinen ganzen Witz an die Bücher verschwendet sondern auch in persona noch genug davon übrig hat, hat den Abend sehr vergnüglich werden lassen.     

  Der Autor: 
Ian Rankin, 1960 in Fife geboren, lebte in Edinburgh und London, bevor er mit seiner Frau nach Südfrankreich zog. Sein erster Roman erschein 1986 und wurde von der Kritik gefeiert. Der internationale Durchbruch beim Lesepublikum gelang ihm schließlich mit seinem melancholischen Serienhelden John Rebus, der mittlerweile aus den britischen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken ist.

Weitere Titel:  

(Knots & Crosses) Verborgene Muster (1) 

(Hide & Seek) Das zweite Zeichen (2

(Wolfman
) Wolfsmale (3)

(Strip Jack) Ehrensache (4)

(The Good Hanging and other stories)
(5)

(The Black Book)
Verschlüsselte Wahrheit (6)


(Mortal Causes)
Blutschuld (7)

(Let it Bleed)
(8)

(Black & Blue
) (9)

(The Hanging Garden)
(10)

(Death is not the End)
(11)

(
Dead Souls) (12)

(Set in Darkness
) Der kalte Hauch der Nacht (13)

(The Falls) Puppenspiel (14) 


(Resurrection Man) Die Tore der Finsternis (15)


© Daniela Ecker
29. Juni 2003

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