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Ein heißer Sommernachmittag in
Österreich; in Salzburg finden gerade die Festspiele statt, und im
Veranstaltungskalender von Diogenes findet sich der Hinweis
"Signierstunde mit Barbara Vine in der Buchhandlung
Rupertus".
Keine Pressereise, kein neues Buch, das vorgestellt werden soll -
Barbara Vine´s letzer Roman, "The Blood Doctor", ist auf
deutsch noch nicht erschienen - was also führt die Grand Dame des
Krimi nach Salzburg?
Die Festspiele, erzählt sie aufgeräumt den paar Besuchern, die sich
um ihren Signiertisch sammeln; sie hätte sich den Don Giovanni
angesehen, wäre aber von der Inszenierung nicht überzeugt gewesen.
Aber sie wäre immer wieder gerne in Salzburg; überhaupt sind
Pressereisen durch Österreich, die Schweiz und Deutschland ihr
wesentlich lieber als durch die USA. Die Mensche wären freundlicher,
überall interessierte Leser, und vor allem: Das Essen! Da wäre sie
immer wieder positiv überrascht.
Dabei ist sie ansonsten gerne in den USA, schließlich lebt ihr Sohn
und ihr Enkel dort, der sie mit seinen Fragen nach dem Sterben schon
manchmal ins Schleudern brächte.
Eigentlich wollte ich mir dann auch gerne "The Blood Doctor"
kaufen und es von ihr signieren lassen, doch leider - und es war der
Buchhändlerin sichtlich peinlich - war gerade dieses Buch vor wenigen
Tagen ausverkauft worden, und die Nachbestellung war nicht rechtzeitig
eingetroffen.
Die angenehme Atmosphäre in der Buchhandlung wurde dadurch aber nicht
getrübt; die langen Schlangen, die zum Signieren anstehen, gab es
nicht, statt dessen ein zwangloses kurzes Gespräch mit der Autorin,
die sich wirklich für jeden Besucher ein wenig Zeit nahm.
Nächstes Frühjahr soll "The Blood Doctor" auf Deutsch
erscheinen, und vielleicht wird die Autorin dann auch wieder auf
Lesereise gehen. Eine Begegnung, auf die man sich freuen darf!
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Die Autorin:

Barbara Vine = Ruth
Rendell, geb. 17. 2. 1930 als einziges Kind eines Lehrerehepaares.
Arbeitete kurz als Journalistin, war zehn Jahre lang Hausfrau und
Mutter, bevor sie 1964 ihren ersten Krimi verkaufte. In den 80ern
wurde ihr das Muster der klassischen Whodunit zu eng, und sie fing an,
unter einem Pseudonym, eben Barbara Vine (ihr zweiter Vorname und der
Mädchenname ihrer Großmutter) psychologisch anspruchsvollere Bücher
zu schreiben.
1997 wurde sie zur Baroness Rendell of Babergh ernannt.
Unter dem Pseudonym Barbara Vine gewann sie zahlreiche
Preise. Sie lebt in Suffolk.
Weitere Titel: Liebesbeweise
Die im Dunkeln sieht man doch
Das Haus der Stufen
König Salomons Teppich
Keine Nacht dir zu lang
Astas Tagebuch
Schwefelhochzeit
Der schwarze Falter
Heuschrecken
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