01.06.03 |
Wladimir
Kaminer liest aus "Russendisko" Buchpräsentation am 24. August 2000 im Kaffee Burger |
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Das Kaffee Burger in Berlin-Mitte war der Veranstaltungsort. Ein kleines, verrauchtes Lokal mit gelbstichigen Tapeten, die abwechselnd ein großflächiges rotes oder braunes Ornamentmuster zeigen, Holztischen und -stühlen, schummrige Beleuchtung, verursacht durch orangefarbene quastengesäumte Stehlampen. Ein kleines Podium mit Mischpult und einigen Stühlen; in der Mitte eine freigelassene Fläche. In einer Ecke liegen stapelweise blaue Bücher mit einem roten Stern.... deshalb sind wir ja auch alle gekommen. Langsam füllt sich der Raum; überfüllt sich ist wohl besser ausgedrückt. Stühle sind bald keine mehr zu haben, auf der freien Fläche befindet sich mittlerweile ein Kamerateam mit grellem Scheinwerfer. Und: Spot! Denn nun geht es los. Erst erzählt ein sympathischer Herr vom Verlag, dessen Name mir leider nicht geläufig ist (genausowenig wie die Position, die er bekleidet), wie er überhaupt auf den Autor aufmerksam geworden ist. Damals war er gerade in New York, auf der Suche nach guten Büchern, die ins Deutsche übersetzt werden sollten - und wurde dort angesprochen, ob er schon von dem fantastischen Buch gehört hätte, dass dieser junge Russe in Berlin da geschrieben hätte. Wie der Zufall es will, war auch die Agentin von Wladimir Kaminer gerade in New York - und kurz darauf der Vertrag zwischen Manhattan und Kaminer unter Dach und Fach. Wladimir Kaminer - ein 33jähriger Russe, der seit ca. 10 Jahren in Berlin lebt, und hier mittlerweile fester Bestandteil des Kulturbetriebes ist. So ist er zum Beispiel auch Mitveranstalter der mittlerweile legendären "Russendisko", die in eben diesem Kaffee Burger regelmäßig stattfindet. Dann kommt der große Moment; der Autor fängt an, seine Geschichten vorzulesen. Seinem Akzent merkt man an, dass er Deutsch nicht als Muttersprache spricht; doch seine Geschichten sind wunderbar formuliert und zeigen mit liebevoller Ironie, wie verrückt es sowohl in Berlin, Russland und anderswo zugeht. Immer wieder macht Kaminer Anzeichen, die Lesung zu beenden und stattdessen das Buffet zu eröffnen; doch von Geschichte zu Geschichte wehren sich mehr Zuhörer gegen dieses Ansinnen, und bitten darum, er möge doch weiterlesen -was ihm sichtlich Vergnügen bereitet. Aber noch mehr Vergnügen bereitet es seiner Frau, die schon allein an ihrem strahlenden Gesicht sofort erkannt worden wäre. Nun ja, im Anschluss daran gabs natürlich noch leckeres Essen, Trinken, und russische Musik, es wurde auch getanzt - eine nette Party! Und wer mehr über Wladimir Kaminer wissen möchte, vielleicht auch einen Auszug des Buches lesen möchte - der soll einfach www.russendisko.de eingeben und sich hier amüsieren... |
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© Daniela Ecker
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