Klaus Kordon

Brüder wie Freunde   

Verlag: Beltz und Gelberg / ISBN: 3-407-78046-X / 151 Seiten; TB / 10 Jahre
 

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In diesem Buch das in der Nachkriegszeit spielt, geht es um Frank und seinen älteren Bruder Burkhard. Beide hängen sehr aneinander, wie richtige Brüder streiten sie sich, helfen sich gegenseitig. Frank bewundert Burkhard sehr, denn er kann sehr gut Fußball spielen, weiß mit dem Stiefvater umzugehen und packt auch in der Kneipe mit an. Burkhards Mutter sieht es zwar überhaupt nicht gerne, wenn er Fußball spielt, sie meint es sei einfach zu gefährlich. Doch Burkhard lässt sich von seiner Leidenschaft nicht abbringen und ist sehr schnell der Beste im Team. Frank ist bei jedem Spiel dabei. Eines Tages allerdings bekommt Burkhard einen Ball so heftig in den Bauch, das er sofort umkippt und wahnsinnige Schmerzen hat. Frank hilft seinem Bruder nach Hause und dort muss er ihm versprechen, nichts von seiner Verletzung zur Mutter zu sagen, denn sie könnte ihm wegen der Verletzung das Fußball spielen für ewig verbieten. Dies kann Frank allerdings nur schweren Herzens versprechen, denn  er sieht, was für Schmerzen Burkhard hat. Wochenlang schwindelt Burkhard seine Mutter an, dass er nur eine Grippe hat, und lässt sich seine Schmerzen nicht anmerken. Doch eines Tages sieht Frank, dass es seinem Bruder immer schlechter geht, und erzählt nun doch alles der Mutter, die sofort einen Arzt verständigt. Doch kurz darauf muss Frank lernen, sich ohne seinen Bruder zurecht zu finden, er hat ihn verloren.   

Auszug:   

„Tooor! Tooor!" Zweiundzwanzig Arme fliegen in die Luft, und die Nordring- Anhänger tanzen vor Freude. „Ein wunderschönes Tor!", freut sich der Hertha- Trainer und hebt die Hände hoch, um laut Beifall zu klatschen. Und Herr Kroll nickt Frank zu und strahlt glücklich. Doch die Pankower geben auch jetzt noch nicht auf. Sie wollen wenigstens noch ein Unentschieden erreichen, und schießen aus allen Lagen. Mieke wirft sich in ihre Schüsse, wird immer besser, verhindert ein Tor nach dem anderen. Da setzt der Mittelstürmer der Pankower zu einem Verzweiflungsschuss an. Burkhard sieht den Ball kommen, will ihn mit der Brust stoppen- und bekommt ihn vor den Bauch. Frank sieht, wie der Bruder umfällt und wieder aufstehen will, dann aber plötzlich zusammenzuckt und liegen bleibt. „Burkie!", schreit er- und dann läuft er auch schon aufs Spielfeld und drängelt sich durch die ratlos um Burkie herumstehenden Jungen. Burkie liegt auf der Erde, presst die Hände auf den Bauch und dreht sich wimmernd hin und her. „Burkie!", flüstert Frank. „Was ist denn? Sag doch was." „Ein... Schmerz... Da... war... so... ein Schmerz." Die Trainer kommen. Herr Kroll kniet sich neben Burkie hin, hält seinen Kopf und blickt ihm prüfend in die Augen. „Wo tut's denn weh?" Burkie zeigt auf seinen Bauch. „Kannst du aufstehen?" „Jetzt... nicht." Die drei Trainer und der Schiedsrichter gucken sich besorgt an, dann heben sie Burkie auf und tragen ihn vorsichtig an den Spielfeldrand. „Du musst es uns sagen, wenn es was Ernstes ist", bittet der Trainer der Pankower. „Es ist bestimmt nichts Ernstes." Burkie kann schon wieder lächeln. Das Spiel geht noch zwei Minuten. Für Burkie spielt nun Bernie. Aber der Druck der Pankower ist verflogen. Es bleibt beim 3: 2 für Nordring.  

© Friederike Sandow 2001

in der LESELUST