Kirsten Boie

Sophies schlimme Briefe

Verlag: Oetinger /  ISBN: 3-7891-3110-5 / Erscheinungsjahr: 1995 / 120 Seiten; 19, 80 DM HC  / 7- 9 Jahre  

Sophies Oma liegt im Krankenhaus und bekommt eine neue Hüfte. Also schreibt Sophie ihrer Großmutter Briefe, um sie aufzumuntern. Die Buchstaben kennt sie ja sowieso schon alle! Sie berichtet ihrer Oma von der Schule, von ihrer Freundin Piesel und deren beiden Geheimversteck. Von der Klassenwanderung wo es gegrillte Würstchen gab als Überraschung die der Mann von ihrer Lehrerin gegrillt hat. Auch teilt sie ihrer Oma mit, das sie das nächste Mal, wenn Oma ihr eine Karte schickt, sie doch bitte eine mit kleinen Tierchen nehmen soll, und nicht wieder das Kurhaus oder so... Überhaupt erlebt  man so vieles, wenn einem schon vier Zähne rausgefallen sind und man in die zweite Klasse kommt... 

Auszug:  

S. 48 Liebe Omi!  

Vielen Dank für deine Ansichtskarte mit dem Kurhaus drauf. Es sieht sehr schön aus, und Du willst ja auch gar keinen Spielplatz daneben.  Gab es keine Karten mit Tieren drauf? Kleine Katzen sind sehr hübsch und auch Ponys. Mama sagt, ich darf nicht schreiben, dass ich beim nächsten Mal lieber eine Karte mit Tieren  drauf haben will. Das Kurhaus ist auch sehr hübsch, liebe Omi! Heute haben wir in der Schule die Y- Wörter gezählt, und Piesel hatte die meisten. Sie hatte noch Pony und Yoghurt und Polypen.  Das ist ja keine Kunst, wo sie selber mal welche hatte. Jetzt hat Piesel ein Sternchen, und ich nicht. Liebe Omi, ich bin trotzdem mit ihr nach Hause gegangen, weil ich noch mal die Abkürzung ausprobieren wollte. Allein trau ich mich nicht. Wir haben ein sehr gutes Geheimversteck gefunden, da kann man einen Schatz verbergen. Man muss bloß einen haben. ( Das Versteck ist hinter so Brettern, die stehen ganz schief wie ein Zelt. Wenn sie einstürzen und man steht drunter, ist man vielleicht tot.) Bitte nichts Mama verraten!  

Deine dich liebende Sophie 

P.S: Die Zahnfee ist doch noch da gewesen, aber sie konnte nur zwei Fünfzig- Pfennig- Stücke zusammenkratzen, sagt Mama. Die haben im Wasserglas gelegen, neben dem Zahn. Zweimal fünfzig Pfennig ist genauso viel wie eine Mark, wusstest du das? Man kann es nachrechnen.  Aber erst in der zweiten Klasse.   

Deine Sophie 

© Friederike Sandow 2001 in der LESELUST