Originaltitel: Joyce´ Ulysses
Sachbuch. Piper Verlag 2000
140 Seiten, ISBN: 3492231381

Mal ganz ehrlich: schon mal daran gedacht, die Ulysses zu lesen? Schließlich ist es doch DER richtungweisende neue Roman, ein weites Betätigungsfeld für alle Literaturwissenschaftler. Aber wer hat es von uns wirklich gelesen? Ja? Auch einmal angefangen - und nicht bis zum Ende gelesen?
Damit sind wir in guter Gesellschaft. Selbst Joyce´ Frau hatte nur 27 Seiten davon gelesen; der Großteil gibt nach dem ersten Kapitel auf, oder doch kurz danach.
Denn einfach zu lesen ist dieses Monumentalwerk wahrhaftig nicht; auch wenn es, wie Frank Zumbach erklärt, weniger erklärungs- als vielmehr gewöhnungsbedürftig wäre. Und so macht er sich, mit viel Enthusiasmus, daran, dem weniger sattelfesten Leser die Hintergründe dieses Buches zu erläutern.
So schildert er, was welchem Kapitel der Odyssee gleichzusetzen ist; er zeigt, welche Zeitgenossen für so manche Figur Pate gestanden hatten.
Und Zumbach zeigt auch, welcher Stilmittel Joyce sich bedient, welche Anspielungen in seinem Text zu finden sind.
Ersetzt es die Lektüre? Auf keinen Fall. Es macht Lust, sich jetzt, nachdem man ein bisschen mehr über das Buch weiß, auch über den Skandal, den es auslöste, und ein bisschen Klatsch und Tratsch rumherum. Und es ist sicher auch ein guter Begleiter, wenn man sich dann ans Original heranwagt. Wann das bei mir der Fall sein wird? Ich fürchte - noch nicht so bald...
Frank Zumbach, geboren 1953, studierte Anglistik, Kunstgeschichte und Philosophie. Er arbeitet seit 1982 als freier Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber und Journalist. 1987 veröffentlichte er die erste umfassende deutsche Biographie über Edgar Allan Poe. Er lebt in Olching bei München.
©30.06.2001 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2009 LESELUST Daniela & Markus Brezing