Rebecca Wells - Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern

Originaltitel: Divine Secrets of the Ya-Ya-Sisterhood
Roman. Goldmann Verlag 1999
442 Seiten, ISBN: 3442308186

Siddas großer Erfolg im Theater beschert ihr nicht nur Freude; ein Interview, in dem sie etwas zu persönliche Details preisgibt, und die von der Reporterin geschickt noch etwas anders dargestellt werden, entzweit sie ihrer Mutter, Vivi -die sich durch dieses Interview persönlich angegriffen und als Rabenmutter dargestellt sieht.

Ihr nächster Auftrag ist eine Produktion, die von Frauenfreundschaften handelt. Und gerade hier würde sie die Hilfe ihrer Mutter benötigen; denn diese hat seit Kindheitstagen eine überaus enge Bindung zu 3 weiteren Frauen. Sie hatten sich auch einen Namen gegeben: Die Ya-Ya-Schwestern.

Und weil sie, überzeugt davon, nicht lieben zu können, sogar daran denkt, ihre Verlobung zu lösen, entschließt ihre Mutter sich, ihr einen großen Schatz anzuvertrauen: die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern, ein Album, in dem liebevoll Details aus der Vergangenheit zusammengetragen wurden.

Schicht um Schicht dringt Sidda in die Vergangenheit ihrer Mutter und deren Freundinnen ein, lernt ihre strenge Großmutter besser kennen, die große erste Liebe ihrer Mutter, die im Krieg fällt, Krisen und Höhepunkte. Und immer wieder diese starke Freundschaft zwischen den 4 Frauen, die unverbrüchlich zueinander halten.

Um eines gleich vorweg zu sagen: die Rahmenhandlung, die um die Geschichte der vier Freundinnen herumgesponnen wurde, empfand ich als sehr konstruiert und nicht stimmig. Das ist schade, denn der Rest der Geschichte liest sich gut.

Wenn man Südstaaten-Geschichten mag, ist man hier auf alle Fälle richtig; woanders als im trägen, heißen und sinnlichen Süden sind Frauen wie diese auch nicht vorstellbar.

Das Fieber, das in Amerika daraufhin ausgebrochen ist, wo die Ya-Ya-Sisterhoods nur so aus dem Boden schießen, kann ich zwar nicht ganz nachvollziehen; aber eine Freundschaft wie diese kann man sich wirklich nur wünschen!

Rebecca Wells

Rebecca Wells wuchs auf einer Plantage in Louisiana auf, arbeitete als Kellnerin und nahm bei Allen Ginsberg Schreibunterricht, ehe sie am Theater Karriere machte. Bereits ihr Debütroman "Little Altars Everywhere" wurde mit einem Literaturpreis ausgezeichnet. Rebecca Wells lebt mit ihrem Mann auf einer Insel bei Seattle.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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