James D. Watson - Die Doppelhelix

Originaltitel: The Double Helix
Sachbuch. dtv Der TaschenbuchVerlag 1968
181 Seiten, ISBN: 3499602555

James Watson beschreibt sich selbst als nicht unbedingt begnadeten Studenten; zwar mit einem gewissen Engagement bei der Sache, hatte er es doch erfolgreich verstanden, sich während seiner Ausbildung zum Biochemiker nur die unerläßlichen Kurse für Chemie zu belegen.

Dies sollte in Europa anders werden - zu diesem Zweck hatte er ein Stipendium erhalten, dass ihn zunächst nach Amsterdam führte. Doch schon sehr früh entdeckt er, hier am falschen Ort zu sein. Als sich ihm die unverhoffte Chance bietet, nach Cambridge zu gehen, nimmt er diese an - auch wenn er dafür auf sein Stipendium weitgehend verzichten muß.

Hier trifft er auf Francis Crick - einen genialen Kopf, der allerdings immer noch nicht mit seiner Doktorarbeit fertig geworden ist. Aber sein Gehirn scheint in pausenlosem Einsatz zu sein - eine Idee nach der anderen spuckt er aus.

Als Linus Pauling in Amerika die Alpha-Spirale entdeckt, werden in Cambridge die Versuche verstärkt, ein Modell für die Konstruktion der DNS zu finden. Die Vorarbeiten dafür hatte ein anderes Institut geleistet; und es gestaltet sich aus Ehrenkodex schwierig, auf diesem Gebiet gleichzeitig weiterzuforschen. Doch den Weg, den Crick und er einzuschlagen versuchen, will Wilkins nicht gehen; er glaubt nicht an die Spiralform.

Durch unzählige Basteleien, Zufälle, falsche Voraussetzungen, die aber richtige Lösungswege aufzeigen, gelingt ihnen dann jedoch das, wofür sie 1962 den Nobelpreis erhalten: die Struktur der DNS zu entdecken, die Doppelhelix.

Ein naturwissenschaftliches Sachbuch. Das sind an sich für mich gleich zwei Gründe auf einmal, dieses Buch nicht zu lesen. Nun wurde mir dieses aber sehr ans Herz gelegt - es würde mir hoffentlich ein wenig die Ehrfurcht vor den Naturwissenschaften nehmen.

Also habe ich, naturwissenschaftlich völlig unbedarft, mich an dieses Buch gesetzt - und war sehr schnell unglaublich gefesselt. Watson versteht es, die geistige Arbeit, das Forschen auf eine ungemein lebhafte Art und Weise zu schildern; zur Freude der Leser verwendet er hierbei auch eine sehr verständliche, einfache Sprache.

Und er zeigt Humor; in seiner Selbstbetrachtung, in der Porträtierung einiger seiner Kollegen. Das gesellschaftliche Leben in den 50ern an einer Universität versteht er ebenfalls in lebendigen Farben näherzubringen; kurzum: ein rundherum emfpehlenswertes Buch!

James D. Watson

Der Biochemiker James Dewey Watson, 1928 in Chicago geboren, erhielt 1962 (zusammen mit Francis H. C. Crick und Maurice H.F. Wilkins) den Medizin-Nobelpreis für die in diesem Buch geschilderte Entdeckung, das Watson-Crick-Modell der DNS.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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