Originaltitel: The Breaker
Krimi. Goldmann Verlag 1998
414 Seiten, ISBN: 3442447038

Eines Sonntag morgens entdecken zwei Jungen am Strand eine nackte Leiche. Steven Harding, der gerade des Wegs kommt, ruft die Polizei - und er benimmt sich merkwürdig. Was hat er an einem Sonntagvormittag in dieser Gegend zu suchen? Eine Wanderung, behauptet er - und hat nicht mal eine Wasserflasche dabei.
Kurz darauf wird ein kleines, stark autistisches Mädchen auf der Straße aufgegriffen. Die Tochter der Toten, wie sich bald herausstellt - die sich brüllend wehrt, als ihr Vater sie mitzunehmen versucht.
Auch sein Verhalten macht die Polizei stutzig - nicht nur die Reaktion seiner Tochter, auch die Tatsache, dass er zum Zeitpunkt der Tat kein Alibi vorweisen kann.
Die Ermittlungen laufen an - bei den beiden Verdächtigen wie auch dem Opfer wird in der Vergangenheit herumgewühlt, es stellt sich heraus, dass die Tote zu den Menschen gehört, die "über Leichen gehen". Doch wer hat sie deshalb getötet?
Minette Walters kann schreiben, das hat sie bereits in mehreren Krimis gezeigt.
Auch in diesem Buch sind zwischendurch immer wieder psychologische Gutachten, Zeugenaussagen und Polizeiberichte eingewoben, was den Anschein von Authentizität erweckt.
Die Spannung ist von Anfang an gegeben - auch die Hauptverdächtigen stehen rasch fest, wobei immer ein Türchen offen gelassen wird, es könnte ja auch ein anderer der Mörder sein.
Das Motiv fand ich persönlich schwach, nicht überzeugend. Hier liegt für mich das große Manko an diesem Buch.
Eine nette Nebengeschichte entwickelt sich noch zwischen dem Polizisten und einer Frau, die in der Nähe des Unglücksorts wohnt; ich konnte mich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass Minette Walters vielleicht versucht, sich auch einen Dauer-Ermittler damit aufzubauen.
Fazit: ein spannender Krimi, aber nicht mehr. Nett und gut zu lesen.
Minette Walters, geboren 1949, arbeitete lange als Redakteurin in London, bevor sie Schriftstellerin wurde. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Hampshire, England.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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