Stephan Wackwitz - Die Wahrheit über Sancho Pansa

Originaltitel: Die Wahrheit über Sancho Pansa
Roman. Piper Verlag 1999
139 Seiten, ISBN: 3492232124

Hubert Katz ist ein alter Mann, lebt allein in London. Von seiner Exfrau hat er kürzlich erfahren, daß sein Elternhaus abgerissen werden soll - und nun wird er von Träumen und Erinnerungen heimgesucht, die er aufzuzeichnen beschließt.

Zeit seines Lebens haben Bücher für ihn eine entscheidende Rolle gespielt. Aus jeder schlimmen Lebenslage flüchtet er sich in die Welt der gedruckten Buchstaben.

Etwas Schlimmes ist geschehen, als er ein dreizehnjähriger Junge war, etwas sehr Schlimmes, doch bevor er bereit ist, sich dieser Erinnerung zu stellen, erzählt Katz von seiner Karriere, seinen gescheiterten Ehen, seiner Kindheit in Deutschland, der Emigration.

Ein wunderbares Buch. Eine Sprache, die den Leser sofort in den Bann schlägt, leise Bilder aufsteigen läßt von London, Nebel - und auch von der Vergangenheit.

Und während zu Beginn alles noch sehr harmlos und friedlich erscheint - die Schilderung des Morgenkaffees bei den Polinnen ist ein wahres Meisterstück - ziehen sich die Kreise immer enger, wird immer klarer, daß etwas Dunkles in seiner Vergangenheit ruht.

Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte, daß man durchaus auch mehrmals lesen möchte, in dem viele Sätze dazu einladen, angestrichen zu werden.

Stephan Wackwitz

Stephan Wackwitz, 1952 in Stuttgart geboren, lebte in Tokio, Neu-Dehli, London, FF/M. Heute leitet er das Goethe-Institut in Krakau.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©01.01.1999 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing