Boris Vian - Tote haben alle dieselbe Haut

Originaltitel: --
Roman. Wagenbach Verlag 1998
117 Seiten, ISBN: 3803122449

Fünf Jahre lang ging das nun schon so, seit fünf Jahren war Dan der Rausschmeißer im Club. Und keiner hatte bisher etwas davon gemerkt, dass er, ein Schwarzer, hier die Weißen prügelte und mit ihren Frauen vögelte.

Ja, er hatte es weit gebracht - lebte unter den Weißen wie ein Weißer, mit einer blonden Frau und einem weißen Kind.

Da taucht plötzlich sein Bruder auf. Er will auch etwas haben, wovon er leben kann - kurz, er erpresst Dan, droht ihn auffliegen zulassen.

Das kann dieser natürlich nicht so einfach auf sich sitzen lassen. Er geht zu ihm, um ihm den Mund zu stopfen - statt dessen findet er seinen Bruder aber mit zwei Negerinnen vor, die er erstmal vögelt.

Das hätte er besser nicht getan - denn nun hat sich etwas in ihm verändert. Er kann mit seiner Frau nicht mehr schlafen, schafft es auch mit der Hure nicht mehr - nur bei den Schwarzen, da geht es noch. Ihm bleibt nur eine Wahl - er muss sich von seinen Wurzeln befreien....

Diese Krimi-Persiflage liest sich auf alle Fälle locker-flockig leicht weg; aber besonders in Erinnerung bleibt sie nicht.

Dass die amerikanischen Krimis mit ihrer Vorliebe für Prügeleien, Sex und billige Nachtclubs hier gehörig durch den Kakao gezogen werden, hat allerdings schon wieder einen ganz eigenen Witz.

Auf diesen 100 Seiten wird vor allem mit den Vorurteilen gespielt; die Personen verhalten sich genauso, wie es erwartet wird, nur nochmals um ein gutes Stück überzogen.

Für eine Zugfahrt zwischendurch ganz nett, muss man aber nicht gelesen haben.

Boris Vian

Boris Vian, geboren 1920 in Velle d´Avray. Begründet eine Amateurjazzband mit Claude Abadie. 1946 / 47 erscheinen seine ersten Romane, gefördert von Raymond Queneau und Jean-Paul Sartre. Bis 1947 Ingenieur; daneben und in den folgenden Jahren Schriftsteller, Jazztrompeter, Chansonnier, Schauspieler, Übersetzer und Leiter der Jazzplattenabteilung bei Philips. Starb 1959 in Paris.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©01.01.1999 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing