Birgit Vanderbeke - Friedliche Zeiten

Originaltitel: Friedliche Zeiten
Erzählung(en). S. Fischer Verlag 1996
140 Seiten, ISBN: 3596137861

Die Mutter wird einmal jung sterben. Das sagt sie bei jeder Gelegenheit; wenn die Kinder nicht machen, was sie sollen, wenn der Vater nicht direkt von der Arbeit nach Hause kommt, wenn wenn wenn. Und einmal hatte sie es auch schon versucht - als der Vater nicht nach Hause gekommen war, hatte sie die Kinder ins Auto gesetzt und war mit ihnen auf die Brücke gefahren, mit der festen Absicht, diese Fahrt nicht lebendig zu beenden.

Den Vater nervt vor allem, dass alle Schlüssel abgezogen werden, Klo und die Schlafzimmer nicht geheizt werden dürfen - und dass er hier im Westen niemanden hat, mit dem er Witze erzählen kann.

Die Kinder wünschen sich, dass die ewige Streiterei ein Ende haben möge, dass die Eltern sich trennen und sie vielleicht dann auch eine amerikanische Stiefmutter erhalten - doch so einfach lässt sich die kriegerische Auseinandersetzung nicht beenden...

In Birigt Vanderbekes bekannt naiv-dahinerzählender Manier bereitet sich hier ein Horrorszenario von häuslichem Frieden aus.

Leicht und vergnüglich geschrieben, reißt die Erzählung mit ihrem Tempo den Leser mit auf einer Reise durch den alltäglichen Wahnsinn.

All jenen zu empfehlen, denen der Familienalltag manchmal an den Nerven zehrt!

Birgit Vanderbeke

Birgit Vanderbeke, 1956 im brandenburgischen Dahme geboren, lebt in Südfrankreich. Für ihre erste Erzählung, "Das Muschelessen", wurde sie 1990 mit dem Ingeborg-Bachmann Preis ausgezeichnet.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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