Anne Tyler - Der Blechbüchsenbaum

Originaltitel: The Tin Can Tree
Roman. S. Fischer Verlag 1965
222 Seiten, ISBN: 3596128099

Nach dem Begräbnis von Janie Rose muß das Leben irgendwie weitergehen. Simon, der ältere Bruder, ist selbst noch ein Kind. Seine Mutter hat aufgehört zu essen, zu reden, sich um irgendetwas zu kümmern. Joan, die Nichte, lebt jetzt schon seit einigen Jahren bei ihnen. Jetzt möchte sie am liebsten gehen - die Stimmung im Haus ist bedrückend, überall erinnern KLeinigkeiten an die Sechsjährige - und auch ihre LIebe zu James ist an einem toten Punkt angelangt. Er kann sie nicht heiraten, weil er immer für seinen Bruder sorgen muß.

Und so beschließt sie, obwohl sie das sichere Gefühl hat, Simon im Stich zu lassen, zu gehen.

Daraufhin reißt Simon von zu Hause aus...

Anne Tyler erzählt ganz leise, stille Geschichten von einfachen Leuten. Es passiert nicht viel, und die Menschen machen keine großen Worte.

Vor allem Kleinigkeiten, Gesten, werden beschrieben - und ein Gefühl der Trauer überkommt den Leer, wenn der Radio-Sender anruft; ein Anruf, auf den Janie Rose immer gewartet hatte.

Eine traurige Geschichte, die nie auch nur ansatzweise schnulzig wird oder auf die Tränendrüsse drückt - eine große Erzählerin!

Anne Tyler

Anne Tyler wurde 1941 in Minneapolis geboren und lebt heute in Baltimore. Mit ihren mittlerweile 14 Romanen ist sie eine der erfolgreichsten Autorinnen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Für ihren Roman "Atemübungen" wurde sie 1988 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©01.01.1999 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing