Originaltitel: Autoportret z kobieta
Roman. Diogenes 1994
250 Seiten, ISBN: 3257228716
Für den Schweizer Rundfunk plant Ruth Gless eine Sendung über den Osten Europas und die politische Wende. Dazu will sie Menschen befragen, die nicht im vollen Rampenlicht standen, sie will über den Alltag dieser Zeit mehr erfahren.
So wird Kamil eingeladen, nach Genf zu kommen. Kamil ist 60, hat den zweiten Weltkrieg miterlebt, war im KZ, war auch im Polen danach einige Male im Gefängnis, hat sich hin und wieder politisch stark gemacht.
Doch die wichtigste, prägendste Rolle in seinem Leben haben die Frauen geschrieben - viele Frauen, ständig wechselnde Frauen. Er erzählt die Geschichte des Kommunismus durch den Filter der Liebe, die er in diesen Zeiten erlebt hat.
Nach und nach läßt er vor Ruth eine Maske nach der anderen fallen - und begreift auf seine alten Tage, daß es auch eine Liebe geben kann, die von Dauer ist.
Tja.. ich schimpfe ja nicht gerne auf ein Buch. Aber dieses hier hat mir ganz einfach überhaupt nicht gefallen. Ich hab auch die letzten 100 Seiten nicht mehr besonders intensiv gelesen.
Mal ganz davon abgesehen, daß mich das Grundmotiv des Buches schon gelangweilt hat - wieder ein alter Mann, der von seinen Frauengeschichten erzählt, und, um diese ein wenig aufzuwerten, ein bißchen Kommunismus und Zeitgeschichte reinbringt - ich fand auch die Sprache schrecklich.
Die war langatmig, ermüdend, als würde jemand in einem eintönigen Singsang stundenlang auf mich einreden.
Fazit: die Zeit ist zu kurz, um schlechte Bücher zu lesen.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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