Zadie Smith - Der Autogrammhändler

Originaltitel: The Autograph Man
Roman. (englischsprachiger Verlag) 2002
413 Seiten, ISBN: 3426626640

Alex-Li Tandem ist dreizehn, als drei der wesentlichsten Dinge seines Lebens gleichzeitig geschehen: er ist zum ersten Mal Zeuge eines Wrestling-Kampfes, lernt dabei Joseph Klein kennen, den Autogrammsammler - und verliert seinen Vater, der unbeachtet stirbt, während die Massen sich um die Kämpfer scharen, um Autogramme zu ergattern.

Fünfzehn Jahre später hat er das Hobby seines damals gewonnen Freundes Joseph zum Beruf gemacht - er handelt mit Autogrammen, kauft sie, prüft ihre Echtheit, und verkauft sie weiter an Fans, die für ein kleines Stück Papier mit Namen drauf Unsummen zu zahlen bereit sind.

Das heißt: Alex-Li handelt dann mit Autogrammen, wenn er gerade nicht betrunken oder stoned ist - oder zumindest nicht so weggetreten, dass er seine Umgebung nicht mehr wahrnimmt. Und wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, die Welt in jüdisch und Goy einzuteilen, oder sich mit seinen Freunden über die Kabbala und andere wichtige Dinge im Leben zu unterhalten.

Die letzte Pille, die er geschluckt hatte, hatte ihn auf einen unglaublichen Trip geschickt; aber vor allem hatte er ausgerechnet zu dem Zeitpunkt endlich eine Autogrammkarte von Kitty Alexander, seinem absoluten Idol, in der Küche vorgefunden - und keiner seiner Freunde glaubte an die Echtheit...

Es passiert selten, dass ich ein Buch wirklich nicht zu Ende lesen mag, das ich noch nicht einmal versuche, zumindest querzulesen, um den Ausgang der begonnenen Geschichte zu erfahren.

Bei diesem Buch habe ich nach 150 Seiten entnervt aufgegeben; ich habe mich bis zu diesem Zeitpunkt sehr gelangweilt. Auch das erste Buch von Zadie Smith, Zähne zeigen, zeichnete sich durch eine recht ausschweifende Erzählweise aus; dagegen habe ich im Grunde auch nichts einzuwenden. Sofern mich die erzählten Geschichten wenigstens ansatzweise interessieren zumindest nicht; aber ganz ehrlich gesagt wollte ich noch nie mehr über Wrestling erfahren, interessiert mich die Jagd nach irgendwelchen selbst oder vom Sekretariat unterschriebenen Autogrammkarten nicht, und das Geschwafel von Betrunkenen oder Zugekifften muss ich nicht auch noch lesen.

Für mich ein typisches zweites Buch nach einem Mega-Erfolg; zu schnell geschrieben, ohne ordentlichen Plot, und insgesamt nichts, was man gelesen haben muss. Schade!

Zadie Smith

Zadie Smith wurde 1975 in London geboren. Während der Vorbereitung für ihre College- Abschlussprüfungen begann sie, ihren ersten Roman "Zähen zeigen" zu schreiben. Zadie Smith lebt in Willesden, London

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©25.08.2003 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing