Originaltitel: chajej ahawar
Roman. Berlin Verlag 2000
368 Seiten, ISBN: 3442760003


Ja´ara ist bei der ersten Begegnung mit Arie, einem Jugendfreund ihres Vaters, bereits irritiert - er scheint ihr nicht in die Wohnung zu passen, sie versteht, warum ihre Mutter sich mit einer fingierten Krankheit ins Schlafzimmer zurückgezogen hat.
Doch kurz darauf begegnet sie ihm in der Umkleidekabine einer Boutique wieder - die erste erotische Begegnung, auch wenn kein Wort zwischen ihnen fällt.
Von diesem Moment an hungert Ja´ara nur noch danach, ihn wiederzusehen, ihm nahe sein zu dürfen. Ihre eigentlich glückliche, wenn auch etwas langweilige Ehe, ihr Studium, ihr möglicher Job - alles wird für sie nebensächlich, uninteressant, denn alles was noch zählt ist er.
So sehr sie von ihm abhängig ist, sowenig scheint er sich aus ihr zu machen. Er demütigt sie, und teilt ihr immer wieder mit, dass die Liebe, die sie für ihn empfindet, wohl nichts wert wäre, wenn sie sie nicht einmal überzeugend begründen könne.
Ihre Umgebung ahnt nichts - ihr Mann überrascht sie mit einer verspäteten Hochzeitsreise. Doch in dieser Nacht kommt ein Anruf von Arie....
Ein sehr subtiler, gut durchdachter Roman über die Abhängigkeit einer Frau von einem älteren Liebhaber - dem Freund ihres Vaters.
Doch nicht nur diese Geschichte wird erzählt - es geht auch um die Geschichte ihrer Eltern, den Weg, den diese eingeschlagen hatten. Es muss einen dunklen Punkt in ihrer Vergangenheit geben, das hatte Ja´ara schon lange gefühlt - etwas, das die Spannungen zwischen den Beiden erklärte. Durch Arie entdeckt sie, was damals, lange vor ihrer Geburt tatsächlich passierte - und sie merkt auch, dass der unabhängige Arie seinerseits von ihrer Abhängigkeit zehrt, sie deshalb schürt, wo immer er kann.
Wie sie aus der selbstgestellten Falle wieder herausfindet, ist hochintelligent beschrieben - ein sehr empfehlenswerter Roman!
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