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Besprechungen |
20.07.01 |
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Arthur Schnitzler - Traumnovelle | **** |
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L
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Fridolin und Albertine führen seit Jahren eine glückliche, doch auch immer langweiliger werdende Ehe. Auf einem Maskenball flirten sie beide mit Menschen, die sich nicht zu erkennen geben - und finden trotzdem wieder zueinander, erleben ihre Liebe zum ersten Mal seit langer Zeit wieder als prickelnd und spannend. Ein Anlass, um über die Fantasieen zu sprechen, die sie beide schon früher hatten - ein kurzer Augenblick am Strand, ein Nichts, oberflächlich betrachtet - und doch bereits der Verrat in Gedanken. Diese Offenheit bewirkt eine leichte Entfremdung; und als Fridolin abends zu einem Patienten gerufen wird, zieht ihn danach nichts nach Hause. Statt dessen folgt er einem alten Freund zum Treffen einer Geheimgesellschaft, die ihn sehr irritiert - was hier geboten wird, ist mehr als eine Orgie, und es ist sehr schnell klar, dass Eindringlinge nicht erwünscht sind.... |
Der Autor: |
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| Meine Meinung: | Wo beginnt die Untreue? Sind unsere Gedanken
eigentlich wirklich frei? Das ist eine der vielen Fragen, mit denen ich mich bei der Lektüre dieser Novelle beschäftigt habe. Sehr deutlich ist spürbar, in welcher Zeit Arthur Schnitzler gelebt hat; die Psychoanalyse unter Dr. Freud hatte gerade ihren Höhepunkt erreicht, und was Freud vom Unterbewussten erzählt, hat Schnitzler hier in literarische Form gebracht, was ihm wunderbar gelungen ist. |
Deine Meinung | ||||
| Leseprobe: (S. 15) |
Auf
der Straße musste er den Pelz öffnen. Es war plötzlich
Tauwetter eingetreten, der Schnee auf dem Fußsteig
beinahe weggeschmolzen, und in der Luft wehte ein Hauch
des kommenden Frühlings. Von Fridolins Wohnung in der
Josefstadt nahe dem Allgemeinen Krankenhaus, war es kaum
eine Viertelstunde in die Schreyvogelgasse; und so stieg
Fridolin bald die schlecht beleuchtete gewundene Treppe
des alten Hauses in das zweite Stockwerk hinauf und zog
an der Glocke; doch ehe der altväterische Klingelton
sich vernehmen ließ, merkte er, dass die Türe nur
angelehnt war; er trat durch den unbeleuchteten Vorraum
in das Wohnzimmer und sah sofort, dass er zu spät
gekommen war. |