Originaltitel: Masquerades
Krimi. Goldmann Verlag 1998
445 Seiten, ISBN: 3442444446

Angeblich war es ein Doppelselbstmord. Richard Forsythe, ein reicher Amerikaner, der in Paris lebt, wurde in einer Hotelsuite gemeinsam mit seiner Geliebten tot aufgefunden. Mit seiner eigenen Waffe in der Hand. Diese hatte er immer wieder seinen Gästen gezeigt, hatte ihnen davon erzählt, dass er den Zeitpunkt seines Abgangs selbst wählen werde, wenn er alles ausprobiert hätte.
Seltsam nur, dass zwischen den beiden Schüssen eineinhalb Stunden vergangen waren. Hatte Richard so lange gebraucht, bis er sich dazu entschließen konnte, die zweite Kugel für sich selbst zu verwenden. Seine Frau, seine Freunde, alle haben sie keinen Zweifel daran, dass es dennoch seine eigene Entscheidung war - nur seine Mutter zweifelt. Und hat deshalb Pinkerton engagiert, um Gewissheit zu erlangen.
Phil Beaumont versucht in Paris, das Geheimnis zu lüften. Assistiert von Henri Ledoq, der für ihn übersetzt und die Kontakte herstellt, bewegt er sich im Kreis der Künstler Paris´: Ernest Hemingway kreuzt ebenso seinen Weg wie Gertrude von Stein.
Jane Turner wurde währenddessen als Nanny bei Richards Verwandten eingeschleust. Hübsch und charmant gewinnt sie sehr schnell die Herzen der Freunde ihrer Vorgesetzten; und sehr zu deren Missfallen wird auch sie in die Gesellschaft eingeführt.
Und je mehr sie über Richard Forsythe und die Frau, die mit ihm den Tod fand, erfahren, umso stärker wird ihr Interesse an dieser mysteriösen Sabine von Stuben...
Eines vorweg: ich habe mich beim Lesen dieses Krimis wunderbar amüsiert.
Der Plot an sich ist nicht besonders aufregend; ein Puzzlespiel, die Suche nach Täter und Motiv, hat man alles bereits wesentlich spannender in anderen Krimis gelesen.
Aber dieser hier spielt vor einer ganz besonderen Kulisse: Das Paris der zwanziger Jahre. Es tauchen viele bekannte Namen auf, und man kann nicht umhin, sich über die kleinen mokanten Bemerkungen zu amüsieren.
Ein frischer, frecher, intelligenter Krimi, der nicht vorgibt, mehr zu sein als er ist: ausgezeichnete Unterhaltung.
Walter Satterthwait hat in New York City, Portland, Afrika, Griechenland, den Niederlanden, England und Frankreich gelebt und als Lexikonvertreter, Korrektor, Barkeeper und Restaurantmanager gearbeitet. Er hat mehr als ein Dutzend Bücher geschrieben, unter anderem die Serie mit den Detektiven Joshua Croft und Rita Mondragon. Der Autor lebt zur Zeit in Santa Fe, wo er an dem nächsten Roman um die Detektive Beaumont und June Turner, die bisher in "Eskapaden" und "Maskeraden" auftraten, arbeitet.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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