Jean-Paul Sartre - Die Wörter

Originaltitel: Les Mots
Roman. Rowohlt Verlag 1964
153 Seiten, ISBN: 3499110008

Es ist eine zutiefst bürgerliche Familie, in die der Jean-Paul da hineingeboren wird; und da sein Vater hauptsächlich als Namensgeber und Erzeuger in Erscheinung trat und danach rasch verstarb, war es hauptsächlich die Familie Schweitzer, die seine ersten Jahre prägte.

Dahin hatte sich seine Mutter nämlich nach dem Tod ihres Mannes wieder gewandt; heim ins Elternhaus, in dem sie nach wie vor wie ein Kind behandelt wurde, als wären sie und ihr Sohn Geschwister.

Es ist vor allem der Großvater, der ihn prägt; der alte Lehrer, seine Bibliothek - eine Fundgrube an Geschichten, die der Junge zwar anfangs noch nicht versteht, die ihn aber von Anfang an in ihren Bann ziehen. Sie ersetzen ihm Freunde, Familie, Reisen - aus ihnen lernt er, in sie taucht er ein, bis er schließlich selbst anfängt, eigene Geschichten zu schreiben.

So ungern ich das auch sage, und so sehr ich Sartre als hochintelligenten Kopf schätze, der seine Zeit wie kein anderer geprägt hat - die wenigen Bücher, die ich bislang von ihm gelesen habe, haben mir nicht besonders viel Vergnügen bereitet. So erging es mir auch diesmal wieder mit den *Wörtern*. Zwar waren durchaus wunderbare Szenen zu finden, findet man naturgemäß regelmäßig Gedanken, die einen stutzen lassen und die man abschreiben möchte. Trotzdem werde ich mit seinem Stil nicht wirklich warm, und die unglaubliche Arroganz, die trotz Selbstironie aus jeder Buchseite trieft (so zumindest habe ich es beim Lesen empfunden) haben eine Annäherung nicht einfacher gemacht.

Ich will Sartre niemandem madig machen - aber weiterempfehlen würde ich dieses Buch persönlich nicht.

Jean-Paul Sartre

Jean-Paul Sartre wurde am 21. Juni 1905 in Paris geboren. Mit seinem 1943 erschienenem philosophischen Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" wurde er zum wichtigsten Vertreter des Existentialismus und zu einem der einflussreichsten Denker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Theaterstücke, Romane, Erzählungen und Essays machten in weltbekannt. 1964 lehnte er die Annahme des Nobelpreises für Literatur ab. Er starb am 15. April 1980 in Paris.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©10.11.2002 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing