Salman Rushdie - Mitternachtskinder

Originaltitel: Midnight´s Children
Roman. Knaur Verlag 1993
506 Seiten, ISBN: 3426602849

Schlag Mitternacht erblickt er das Licht der Welt. Saleem Sinai, der Held dieser Geschichte - und auch sein Land. Indien ist nun unabhängig.

So war es seiner Mutter auch geweissagt worden; um Mitternacht würde er das Licht der Welt erblicken, Staatspräsidenten würden ihm Briefe schreiben...

All dies schreibt Saleem in der Gewissheit seines baldigen Todes nieder. Und er erzählt erst mal, wie alles kam. Wie sein Großvater in Kaschmir sich die Nase stieß. An diesem Tag zu Naseem gerufen wurde, von ihr immer nur Stücke zu sehen bekam, und sich in die Summe der Einzelteile verliebte.

Er erzählt davon, wie seine Eltern sich kennen gelernt haben, wie es kam, dass er nun in Bombay aufwuchs, während ein Teil seiner Familie in Pakistan lebte.

Alle Kinder, die zu dieser Stunde in Indien geboren wurden, stellt er fest, haben besondere Fähigkeiten mitbekommen. Je weiter sie von der magischen Mitternacht entfernt sind, umso schwächer ihre Talente; doch einen gibt es, der zur selben Minute wie er selbst geboren wurde; Shiva.

Shiva, sein großer Rivale; Shiva, der eigentlich an seiner Stelle im Haus der Eltern hätte wohnen sollen. Denn, so soll er erst relativ spät erfahren; diese zwei Kinder wurden bei der Geburt vertauscht....

Ich bin überzeugt davon, nur einen Bruchteil all dessen verstanden zu haben, was in dem Buch alles vorkommt.

Jede Seite, alle Namen - alles ist gespickt mit Wortspielen, Vergleichen, etc - die mir leider zum Großteil verschlossen blieben.

Was das Lesevergnügen aber nicht beeinträchtigt hat.

Dabei sind meine Meinungen zu diesem Buch nicht ganz eindeutig.

Es gab viele großartige Szenen, die ich mit höchstem Genuss gelesen habe; das Kennen lernen der Großeltern mit dem Laken gehört hier dazu. Und wenn eine Episode erst so richtig in Schwung ist, dann wird man als Leser richtig mitgerissen.

Aber je länger die Geschichte währte, um so ermüdender wurde sie auch. Als die Generäle und Staatsoberhäupter Indiens und Pakistans immer mehr ins Geschehen involviert sind, wird der Roman immer undurchdringlicher. Das war jedenfalls mein Eindruck.

Es hat mir auch beim zweiten Mal lesen wieder gefallen - aber ein drittes Mal würde ich es, denke ich, nicht mehr lesen.

Salman Rushdie

Salman Rushdie wurde 1947 in Bombay geboren und studierte in Cambridge Geschichte. Danach arbeitete er am Theater und als freier Journalist und Schriftsteller. Nur wenige Monate nach der Veröffentlichung des Romans "Die satanischen Verse" im Jahr 1988 bezichtigte der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini Rushdie der Blasphemie und verhängte über ihn das Todesurteil, die Fatwa. Nach mehr als 10 Jahren mit unbekanntem Aufenthalt in England lebt Rushdie heute in New York.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Das könnte Sie interessieren:

Javier Marias - Die sterblich Verliebten

Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©01.01.2001 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2010 LESELUST Daniela & Markus Brezing