Ruth Rendell - Das Verderben

Originaltitel: Harm Done
Krimi. Blanvalet 2000
480 Seiten, ISBN: 3764500522

Inspector Wexford wird von seinen Kollegen müde belächelt, weil er so erpicht darauf ist, herauszufinden, wer dieses junge, geistig nicht unbedingt hochentwickelte Mädchen einige Tage gefangengehalten hatte, um sie dann körperlich unversehrt wieder laufen zu lassen. Es ist doch eigentlich nichts passiert.

Doch einige Tage später verschwindet wieder ein junges Mädchen, auch dieses sehr hübsch, allerdings wesentlich intelligenter als ihre Vorgängerin - und auch sie taucht nach ein paar Tagen unversehrt wieder auf und will nicht verraten, wo sie war.

Dann wird durch die Boulevardpresse bekannt, dass ein Päderast seine Gefängnisstrafe abgesessen hat und nun in seine alte Wohnung zurückziehen will. Helle Empörung und Proteste sind die Folge, vor allem, da in dieser Siedlung viele kleine Kinder leben.

Die Stimmung schaukelt sich immer mehr hoch - und dann verschwindet ein kleines Mädchen.....

Ich habe von dieser Autorin schon Besseres gelesen. Man kann ihr zwar nicht absprechen, dass sie ihr Handwerk beherrscht; doch in diesen Krimi wollte sie viel zu viel reinpacken.

Gewalt in der Familie, das Verhalten der Gesellschaft zu dieser Frage, soziales Engagement, die sozialen Randgruppen, Kindermissbrauch, Vorurteile gegen Straffällige, es nimmt einfach kein Ende.

Dann ist auch noch die Aufhängergeschichte, die verschwundenen Mädchen, bereits zur Mitte des Romans aufgelöst - was kommt jetzt noch, fragt man sich? Ja, es kommt noch eine ganze Menge, aber war das wirklich nötig?

Nein, wirklich weiterempfehlen würde ich diesen Krimi leider nicht.

Ruth Rendell

Ruth Rendell = Barbara Vine, geb. 17. 2. 1930 als einziges Kind eines Lehrerehepaares. Arbeitete kurz als Journalistin, war zehn Jahre lang Hausfrau und Mutter, bevor sie 1964 ihren ersten Krimi verkaufte. In den 80ern wurde ihr das Muster der klassischen Whodunit zu eng, und sie fing an, unter einem Pseudonym, eben Barbara Vine (ihr zweiter Vorname und der Mädchenname ihrer Großmutter) psychologisch anspruchsvollere Bücher zu schreiben. 1997 wurde sie zur Baroness Rendell of Babergh ernannt. Unter dem Pseudonym Barbara Vine gewann sie zahlreiche Preise. Sie lebt in Suffolk.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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