Philip Pullman - Das magische Messer

Originaltitel: His Dark Materials II - The Subtle Knife
Kinderbuch. Heyne Verlag 1997
333 Seiten, ISBN: 3453152271

Nach dem erschreckenden Tod von Lyras Freund auf den letzten Seiten des ersten Bandes dieser Trilogie ist es Lyras Vater, Lord Asriel, gelungen, eine Brücke zu einer andere Welt zu öffnen. Auf der Suche nach *STAUB* folgt ihm Lyra mit ihrem Aeromether.

Doch auf ihrem Streifzug durch diese fremde Welt trifft sie auf Will, der ebenfalls fremd ist in dieser Welt; zufällig ist er hierher gelangt, durch ein Fenster aus einer anderen Welt. Eine seltsame Stadt finden sie hier vor: keine Erwachsenen, die Häuser sind verlassen, dafür rotten sich immer wieder Kinderbanden zusammen. Nur Kinder können hier unbeschadet leben; die Erwachsenen werden von Gespenstern bedroht, die ihre Seele auffressen.

Doch Will plagen ganz andere Sorgen. In seiner Welt, seinem Oxford, hat er seine Mutter zurückgelassen - es ging nicht mehr anders, nachdem sie von zwei Männern bedroht wurden, die auf der Suche nach den Briefen seines lang verschollenen Vaters waren.

Auch wenn sie augenscheinlich nach ganz unterschiedlichen Dingen suchen - die Wege von Lyra und Will kreuzen sich doch immer wieder, und bald wird ihnen auch klar, dass ihre Probleme in einem größeren Zusammenhang stehen.

Und so, wie Lyra mit ihrem Aeromether ausgestattet ist, wird auch Will von einem magischen Gerät als Träger auserwählt: ein Messer, das ihm ermöglicht, Fenster zu fremden Welten zu schneiden...

Im Gegensatz zum ersten Band hat mir im zweiten der Erzählfluss gefehlt; natürlich ist auch dieser Band spannend, man erfährt wieder mehr über diesen geheimnisvollen *STAUB*, die Idee, mit einem Messer Öffnungen zu anderen Welten schneiden zu können, die parallel zu unserer bestehen, ist grandios - und doch konnte mich diese Fortsetzung nicht mehr wirklich überzeugen.

Natürlich warte ich gespannt auf den dritten und letzten Teil, da ja nun, nach Ende von Band zwei, immer noch keine Fragen beantwortet sind, und man auf Antwort auf die Frage fiebert, wer denn nun diesen gigantischen Kampf gewinnen würde.

Aber was mich doch sehr irritiert hat, war die Vielzahl der Toten, die Band zwei begleiten. Ein Großteil des Personals, das uns als Leser durch die ersten beiden Bände begleitet hat, fällt grausamen Morden zum Opfer; ich bin fast am Zweifeln, ob man Kindern diese Szenen wirklich zumuten kann. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, das Buch zuvor als Erwachsener selbst zu lesen.

Philip Pullman

Philip Pullman zählt zu den angelsächsischen Autoren, die sich über literarische Gattungsgrenzen und die Trennung zwischen Kinder- und Erwachsenenbuch souverän hinwegsetzen. Für seine unterhaltsamen Romane benutzt er Elemente des Abenteuerromans, des Thrillers, der Fantasy und des Märchens.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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