Originaltitel: El desfile del amor
Roman. Wagenbach Verlag 2003
263 Seiten, ISBN: 3803131804
1942 in Mexiko Stadt - ein Kreis von Künstlern und Intellektuellen versammelt sich regelmäßig bei Delfina Uribe. Es war bei einer ihrer legendären Parties, dass plötzlich Schüsse fielen und ein österreichischer Emigrant ums Leben kommt. Delfina will diesen Mann nie gesehen haben; der Fall wird nach ein paar Tagen in den Zeitungen nicht weiter verfolgt.
Eigentlich war Miguel Del Solar 30 Jahre später nur aus nostalgischen Gründen zu dem Haus zurückgekehrt, in dem er als 10jähriger für ein paar Monate gelebt hatte. Damals war das Minerva eine der besten Wohnadressen, und dunkel erinnerte Miguel sich an den Skandal, der kurz vor seiner Abreise damals durch die Presse ging: das tödliche Ende einer Party.
Wäre er nicht gerade mit seinem Buch fertig gewesen - wahrscheinlich hätte ihn dieser längst vergangene Vorfall dann nicht länger interessiert. So aber beginnt er nachzuforschen, die Leute zu fragen, die damals dabei waren, und hört immer Widersprüchlicheres...
Ein Roman, in dem die Gesellschaft in Mexiko zur Zeit des 2. Weltkriegs im Mittelpunkt steht, dazu ein Kriminalfall, der nach Jahren wieder aufgerollt wird und zusätzlich Spannung verspricht - das klang für mich sehr verlockend.
Zu Beginn hat diese Faszination auch gehalten, aber im Laufe der Zeit fand ich die immer neuen Verwicklungen nicht mehr interessant, sondern nur noch ermüdend. Das kann man dem Roman nicht unbedingt zum Vorwurf machen - er hätte vielleicht einen geduldigeren Leser als mich verdient
Sergio Pitol, 1933 in Mexico-Stadt geboren, wo er auch heute lebt. Er hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Essays geschrieben und gilt als einer der angesehensten Autoren Lateinamerikas. Seine Übersetzungen aus dem Russischen, Polnischen und Englischen haben das Werk von Nikolai Gogol, Anton Tschechow, Witold Gombrowicz, Henry James, Joseph Conrad und Jane Austen in Mexico bekannt gemacht. Für seine Bücher erhielt er viele Preise, darunter den Premio Herralde de Novela und den begehrten Premio Juan Rulfo.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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