Viktor Pelewin - Generation P

Originaltitel: --
Roman. Ullstein Verlag 1999
321 Seiten, ISBN: 3548601618

Babilen Tatarski, bis auf den Namen ein ganz normaler junger Mann, lebt ein ganz normales, vorgezeichnetes Leben, beginnt ein Technikstudium, weil er nicht zur Armee wollte. Bis er mit einundzwanzig von der Muse geküsst wird und zu dichten beginnt. Aber mit dem Ende des kalten Krieges ist auch sein beschauliches Studium der Dichtung der Sowjetrepubliken jäh zuende; und nachdem er festgestellt hat, dass es mit den Dichtungen für die Ewigkeit nichts wird, lässt er sich gerne als Werbetexter engagieren.

Zumal er feststellt, dass hier rasch Geld zu verdienen ist; es kommt nicht auf die Qualität des Spots an, sondern darauf, dem Kunden das Gefühl zu vermitteln, sich etwas leisten zu können.

Fliegenpilze, Haschisch, Koks, Wodka sind unabdingbares Handwerkseug für die Kreativität; wie sonst sollte man sich immer wieder aufs Neue die abstrusesten Plots einfallen lassen, um die amerikanische Werbestrategie der russischen Seele anzugleichen?

Nur eines bleibt gewiss: es gibt immer noch etwas, was man nicht für möglich halten würde - und es ist wahr...

Schwierig, schwierig. Ich kann schon verstehen, was Victor Pelewin international so bekannt gemacht hat: "Generation P" übermittelt ein Bild Russlands, das auf den ersten Blick gnadenlos überzeichnet erscheint - und trotzdem den Kern genau trifft.

Aber auch wenn ich über manche Werbestrategien, die Tatarski entwickelt, herzhaft lachen konnte - so ganz konnte ich mich mit dem Buch nicht anfreunden.

Mir fehlte der rote Faden, und dem wirren Geschreibe während der Drogenexzesse konnte ich auch nur wenig abgewinnen.

Nicht schlecht, mein subjektives Resumee: kein Buch für mich.

Viktor Pelewin

Viktor Pelewin, geb. 1962, ist der meistgelesene Autor Russlands und hat vor allem bei jungen Lesern längst "Kultstatus". Seit Erscheinen der Romane "Oman hinterm Mond", "Das Leben der Insekten" und "Buddhas kleiner Finger" gilt er auch international als einer der interessantesten Autoren seiner Generation. Pelewin lebt in Moskau.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Das könnte Sie interessieren:

Javier Marias - Die sterblich Verliebten

Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©01.01.1999 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2010 LESELUST Daniela & Markus Brezing