Originaltitel: Now it´s Time to Say Goodbye
Roman. Luchterhand Literaturverlag 1999
561 Seiten, ISBN: 3630870368
Nachdem der 500ste aus ihrem Bekanntenkreis an AIDS verstorben wäre, wollten der Schriftsteller Colin Nieman und sein junger Freund Justin Time weg aus New York, weg von all diesen Gefahrenherden.
Sie landen in Galatia / Galatea - eine Kleinstadt, die zur einen Hälfte schwarz, zur anderen weiß ist.
Vor Jahren hatte es hier einen Fall von Lynchjustiz gegeben; Lucy, ein kleines Mädchen das unter der besonderen Schutzherrschaft von Rosemary Krebs, der Frau des Bürgermeisters, steht, war angeblich von einem Albino, dem Sohn einer Schwarzen, belästigt worden.
Die führenden Kräfte dieser Aktion waren Weiße; im Laufe der Jahre waren sie aus Galatea verschwunden, mit ihnen jeweils auch ein Mitglied der schwarzen Gemeinde.
Mit dem Auftauchen von Colin und Justin in der Kleinstadt gerät das empfindliche Gleichgewicht zwischen den beiden Hälften empfindlich ins Wanken; eine wahre Hetztirade beginnt. Lucy, die gemeinsam mit Justin einen Ball besucht hatte, wird vergewaltigt und entführt - von einem Mann, der Colins Kleider trägt…
Einerseits wollte ich einfach wissen, wie dieser Roman denn nun endet, worin die Ursache all der Gewalt, der verschlungenen mysteriösen Vorkommnise zu finden ist.
Nach beinahe 600 Seiten kann ich immer noch nicht behaupten, wirklich zu wissen, was da alles passiert ist; die Fülle an Details hat mich schlicht erschlagen. Vor allem erschienen mir auch eine ganze Menge Gründe mehr als fadenscheinig.
Die Geschichte wird aus der Sicht fast aller Beteiligter in dieser Kleinstadt erzählt; immer wieder wechselt die Perspektive, werden andere Kleinigkeiten ans Licht geholt. Dieser Kunstgriff wird hier manchmal virtuos gehandhabt - aber es ermüdet auch sehr.
Ich war froh, das Buch dann endlich zuklappen zu können und den sinnlosen Gewalttaten in Galatia / Galatea entfliehen zu können.
Dale Peck wurde 1967 auf Long Island bei New York geboren, wuchs in Kansas auf und lebt in New York.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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