Originaltitel: The Skull Mantra
Krimi. Aufbau Verlag 2000
492 Seiten, ISBN: 3746618320


Das Arbeitslager 404 hat die Arbeit niedergelegt. Ein Toter wurde gefunden - ein Mann ohne Kopf, ganz offensichtlich ermordet. Für die buddhistischen Mönche, die aufgrund ihrer Religion hier im Lager Arbeitsdienst verrichten müssen, ist der Ort somit entweiht; um die Straße den Himalaya hoch weiterbauen zu können, muss die gepeinigte Seele Ruhe finden, müssen heilige Riten durchgeführt werden.
Oberst Tan hingegen ist da anderer Ansicht. Als leitender Militär der Region obliegt es ihm, die Ordnung aufrecht zu erhalten; der leitende Ankläger ist ihm Urlaub, und er muss den Fall entsprechend für die Behörden aufbereiten, ohne dass der Fall ihn selbst in politische Bedrängnis bringt.
Und so kommt Shan, ein ehemaliger Polizist, der aus Peking nach Tibet verbannt wurde, dazu, sich mit diesem Fall auseinanderzusetzen - die Zeit drängt, denn bald sollen erstmals amerikanische Touristen in die Region gebracht werden.
Bei seinen Nachforschungen stößt Shan, der sich schon in Peking intensiv mit Taoismus und Buddhismus auseinandergesetzt hatte, immer wieder auf die Hinterlassenschaften aufgelöster Klöster, auf alte Geister, die plötzlich wieder aufgewacht zu sein scheinen und von der Bevölkerung für die wahren Täter gehalten werden...
Sowohl der Kriminalfall an sich, aber noch viel stärker der Hintergrund, vor dem diese Morde passieren, ist hochgradig spannend; ganz beiläufig erfährt man aus diesem Buch, was unter der chinesischen Besatzung in Tibet geschieht, viel über die alten Religionen, über tausendjährige Überlieferungen, über das Zusammenleben der alten und neuen Bevölkerung in Tibet, über politische Strömungen, den Einfluss des Westens - ach, wozu weiter aufzählen, was mich alles fasziniert hat, ich empfehle: selber lesen! Ich freue mich jedenfalls schon darauf, mich bald wieder gleichzeitig gut unterhalten und ganz nebenbei noch ein wenig über eine von mir bislang nicht sonderlich fokussierte Region zu erfahren.
Eliot Pattison ist ein weitgereister amerikanischer Journalist, der sich oft in China aufgehalten hat. Er lebt in Oley, Pennsylvania. "Der fremde Tibeter", sein preisgekröntes erstes Buch, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und sowohl von der Kritik als auch vom Publikum begeistert aufgenommen.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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