Howard Norman - Der Geisterfotograf

Originaltitel: The Haunting of L.
Roman. Kindler Verlag 2003
352 Seiten, ISBN: 3463404257

Einfach nur weg aus Halifax - das war Peter Duvetts sehnlichster Wunsch gewesen, als er von dem Jobangebot als Assistent eines Fotografen gelesen hatte. Was kümmerte es ihn, dass der Ort seiner neuen Tätigkeit so weit abgelegen war, dass er nur mit dem Flugzeug zu erreichen war - solange er nur von der Eintönigkeit seiner Arbeit in der Dunkelkammer einer Zeitung und den Erinnerungen an seine Mutter, die sich das Leben genommen hatte - wovon er durch eine Fotografie erfuhr, die er für die Zeitung entwickeln sollte.

Ein seltsamer Empfang wurde ihm von seinem neuen Arbeitgeber bereitet; Duvett platzte mitten in den Vortrag einer jungen Frau, Kala, die von Geisterfotografien sprach - Fotografien von Hochzeiten oder anderen Anlässen, auf denen plötzlich auch lang verstorbene Familienmitglieder mit abgelichtet waren.

Es ist, wie Duvett noch feststellen sollte, die Frau seines neuen Arbeitgebers, Vienna Lynn. Ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag war er bei ihnen eingetroffen - aber was für ein seltsames Paar, schon in der Hochzeitsnacht findet Duvett Kala allein in der Hotellobby vor - und verbringt an Stelle des Bräutigams die Nacht mit ihr.

Offiziell ist Vienna Lynn damit beschäftigt, Portraits von den getauften Eskimos anzufertigen. Doch seine eigentliche Leidenschaft sind Bilder ganz anderer Art: er fotografiert Unglücksstellen, Sterbende, und schreckt dabei auch nicht davor zurück, die Unfälle selbst zu inszenieren.

Nachdem Lynn entdeckt hatte, dass Kala und Duvett ein Verhältnis hatten, lässt er sie in dem Flugzeug mitfliegen, dessen Absturz er bereits geplant hat. Kala überlebt; die anderen Insassen nicht, und das Bild, das Lynn davon macht, sollte ihn von allen finanziellen Sorgen erlösen. Schließlich waren darauf die aufsteigenden Seelen der Verunglückten zu erkennen...

Sprachlich ist dieser Roman vor allem zu Beginn sehr ansprechend; etwas verschroben, aber das passt wunderbar zur Atmosphäre. Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings auch noch voller Hoffnung, es mit einem guten Buch zu tun zu haben, wovon ich später nicht mehr überzeugt war.

Nachdem die Frage der Geisterfotografien zur Sprache kam und auch rasch klar war, dass sich das Thema auf esoterische Spinnereien beschränken würde, lag die Vermutung nahe, dass Lynn damit versuchen würde, Geld zu verdienen. Da gibt es zwar ein paar ansatzweise überraschende Wendungen, aber insgesamt hat mich selten beim Lesen eines Buches so wenig interessiert, wie es weitergeht oder gar endet.

Aus meiner Sicht ein Buch, auf das man gut und gerne verzichten kann.

Howard Norman

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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