Originaltitel: Selige Witwen
Krimi. Diogenes 2001
270 Seiten, ISBN: 3257233418
2 Freundinnen, beide noch jung und attraktiv, die mit Kind und Haushälterin in der Toscana von dem Geld leben können, dass die eine geerbt hat - was fehlt noch zum dolce vita?
Die richtige Behausung. Die sie zwar finden, die ihnen aber von einer noch reicheren Amerikanerin vor der Nase weggeschnappt wird. Davon muss man sich erstmal erholen.
Also brechen Cora und Maya nach Dortmund auf, zu Coras Großmutter. Die soll angeblich auch nicht mehr lange leben, und wer weiß? Vielleicht hat sie ja noch etwas zu vererben.
Aber als sie dort ankommen, ist die Großmutter bereits wieder quietschfidel, und Cora verduftet schnell und unfein mit ihrem Cousin. Und lässt Maya ganz ohne Geld zurück.
Gut, dass sie schnell neue Freunde findet! Aber auch Katrin, "Allerleihrau" wie sie aufgrund ihres Oberlippenbartes auch noch genannt wird, hat etwas zu verbergen… und hat einen Ehemann zuviel….
Eins vorweg: ich habe mich bei anderen Büchern schon deutlich mehr gelangweilt. Aber ich habe mich auch schon wesentlich besser amüsiert - überwältigt hat mich dieser neue Krimi von Ingrid Noll nicht gerade.
Keine der Protagonistinnen war mir in irgendeiner Form sympathisch - was ja auch nicht unbedingt sein muss, ich habe bereits mit großem Genuss Bücher gelesen, deren Figuren ich absolut nicht leiden konnte. Das Schlimme bei "Selige Witwen" ist nur: Weder Maja noch Cora wecken mein Interesse, und den Nebenfiguren gelingt das schon gar nicht.
Leider hat mich auch der Plot nicht entschädigt. Ein Krimi kann ja ruhig abgefahren sein, völlig realitätsfremd - aber doch in sich schlüssig. Und das gelingt Ingrid Noll hier überhaupt nicht.
Nun ja - kann man gelesen haben, muss man aber nicht. Bestenfalls Strandlektüre!
Ingrid Noll wurde 1935 in Shanghai geboren und begann schon als Kind heimlich Geschichten zu schreiben. Sie studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Bonn und ist Mutter dreier erwachsener Kinder. Sie lebt heute in Weinheim.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
©01.01.1999 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2010 LESELUST Daniela & Markus Brezing