Originaltitel: --
Roman. Piper Verlag 2004
155 Seiten, ISBN: 3492045782
Sein Onkel hatte ihm einen Empfehlungsbrief für Belish mitgegeben, und da saß er nun, in Belishs Restaurant in Paris und zeigte ein bisschen von seiner Kunst, seiner außergewöhnlichen Fähigkeit zu kalligraphieren, mit Zeichen und Punkten das auszudrücken, was seine fehlende Stimme ihm sonst nicht ermöglicht.
Was Belish dann bei Manour in Auftrag gibt, ist ein Hochzeitsgeschenk für seine Tochter, Nuriye. Doch in die hat Manour sich nach ein paar zufälligen Begegnungen verliebt ...
Es gibt einige sehr schöne Sätze in diesem Buch – einige. Aber nicht genug. Über sehr weite Strecken ist es nämlich ein für meine Begriffe viel zu gewollt poetischer Roman, eine Art Neuversuch von „Seide“.
Was eigentlich in diesem Stoff gesteckt hätte wird erst in den letzten Seiten, ganz nebenbei, klar – eine fremde, orientalische Kultur im modernen Paris, ein junges Mädchen, dessen Vater sich immer noch in einer Stadt im Iran sieht und nicht erkennt, dass seine Tochter hier schon in der Schule mit einer ganz anderen Zeit konfrontiert wird.
Schade!
Lilian Noetzel, geboren 1963, machte eine Ausbildung zur Weberin, bevor sie Rhetorik und Literatur studierte. Sie wuchs in einer deutsch-iranischen Familie auf und lebt heute mit ihren zwei Söhnen und ihrem Mann in Tübingen. Dies ist ihr erster Roman.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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