Vladimir Nabokov - Pnin

Originaltitel: Pnin
Roman. Rowohlt Verlag 1960
299 Seiten, ISBN: 3499225441

Timofej Pnin, ein russischer Exilant, fristet in einem kleinen College in den USA sein Dasein als schlecht bezahlter, nicht fest angestellter Professor.

Der englischen Sprache wird er wohl nie völlig Herr werden; und so ist schon alleine seine Aussprache sehr charakteristisch für ihn.

Seit Jahren schon arbeitet er an einem Buch - doch kommt er über das Quellstudium nicht hinaus. Zu sehr liebt er die Recherche, und so wächst sein Stichwortkasten ständig an.

Pnin ist ein Original an seinem College - seine zahlreichen Eigenarten werden mit Vorliebe gutmütig spottend nachgeäfft.

Eines Tages taucht seine Exfrau, die er immer noch sehr liebt, bei ihm auf, um ihn zu bitten, für den Sohn, den sie mit dem zweiten Ehemann hat, einen Notgroschen beiseite zu legen.

Es ist mir ausgesprochen schwer gefallen, den Versuch einer Zusammenfassung dieses Buches zu geben. Das Buch besteht aus vielen wunderbar geschriebenen, detailliert ausgearbeiteten Szenen - die sich allerdings für mich nicht zu einem großen Ganzen zusammenführen lassen.

Eines muss man Nabokov lassen: Pnin steht wirklich vor mir, ich höre seine Aussprache förmlich, kann mir diesen verqueren, kauzigen Typen gut vorstellen.

Es sind sehr viele humorvolle, sarkastische Bilder gezeichnet; herrlich, diese Schilderung der Möglichkeiten der Psychoanalyse.

Doch trotz meines häufigen Schmunzelns hat für mich die Spannung, der große Handlungsbogen, eine Entwicklung, gefehlt.

Vladimir Nabokov

wurde am 23. April 1899 in St. Petersburg geboren. Nach der Oktoberrevolution flieht die Familie 1919 nach England. Er studiert in Cambridge und Berlin. Nach der Flucht aus Deutschland lebt er erst in Paris, dann in den USA. Er starb am 2. Juli 1977.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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