Iris Murdoch - Das italienische Mädchen

Originaltitel: The Italian Girl
Roman. Deuticke 1964
189 Seiten, ISBN: 3492229352

Wäre seine Mutter nicht gestorben, Edward hätte wohl noch weitere 8 Jahre keinen Fuß in sein Elternhaus gesetzt. Auch jetzt hat er eigentlich vor, nur zur Einäscherung zu bleiben, und dann mit dem nächsten Zug nach Hause zu fahren.

Schon die Einäscherung ist ihm ein Gräuel - sein Bruder Otto, stockbesoffen, muss nach Hause gebracht werden.

Zwar bittet ihn die schöne Schwägerin, noch zu bleiben, er würde so dringend hier benötigt, um Wunden zu heilen - doch erst seine Nichte kann ihn dazu überreden. Und auch das nur mit einer für Edward sehr schockierenden Nachricht - sie sei schwanger und brauche seine Hilfe. Am nächsten Morgen, so vereinbaren sie, wollen sie darüber beratschlagen, was zu tun ist.

Eine nächtliche Erscheinung, der Edward folgt, enthüllt ihm den ersten Teil des häuslichen Dramas in dieser Familie - doch das ist erst der Anfang. Welche Abgründe, Zwistigkeiten und Leidenschaften hier lauern, hätte er sich nie vorstellen können...

Eine starke, gut erzählte Geschichte. Stück für Stück offenbaren sich neue Sichtweisen für Edward; das schlimmste für ihn ist die Tatsache, dass fast überall ein starker sexueller Antrieb dahintersteckt, ein Teil des Lebens, den er daraus verbannt hat.

Einzig der Schluss passte meiner Meinung nach nicht ganz dazu - der "richtige" Abschluss fand für mich schon ein paar wesentliche Seiten früher statt.

Iris Murdoch

Iris Murdoch wurde 1919 als Tochter anglo-irischer Eltern in Dublin geboren, studierte klassische Philologie in Oxford und Philosophie in Cambridge. Im 2. Weltkrieg arbeitete sie für die Flüchtlingshilfe der UN. Sie starb im Februar 99, nachdem sie in den Jahren davor an Alzheimer erkrankt war.

Auszug aus dem Titelverzeichnis:





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