Originaltitel: Baby Eurydike
Roman. Haymon Verlag 1997
54 Seiten, ISBN: 3852182336
Braungebrannt steht sie vor der Tür: Eurydike, die Nichte der Nachbarn, die es satt hatt, ständig Anspielungen auf ihren Namen zu hören.
Sie soll jetzt das Amt des Katzenfütterns und Blumengießens übernehmen, bis ihre Verwandten wieder aus dem Urlaub zurück sind.
Aber schon nach ein paar Tagen hört die Nachbarin das Telefon ununterbrochen klingeln - und keiner geht ran. Ob etwas passiert ist? Man könnte ja zumindest nachsehen.
Und wirklich: niemand ist zu sehen, Eurydike ist weg. Die Katzen wollen gefüttert werden, Freunde des Mädchens hinterlassen telefonisch Nachrichten - und sie bleibt verschwunden. Aber ein Notizblock liegt in der Wohnung; ob darin etwas über ihren Verbleib zu finden ist?
Ein Schmankerl für zwischendurch: in gewohnt gekonnter Weise erzählt Sibylle Mulot hier eine ganz alltägliche Geschichte: Haushüten, eine gutmeinende Nachbarin, die ein klein wenig neugierig ist - und dadurch dann in Aufzeichnungen zu lesen beginnt, die nicht für sie bestimmt sind.
Nett erzählt, gut beobachtet - und leider auch rasch ausgelesen
Sibylle Mulot, geboren 1950 in Reutlingen, Studium der Literaturwissenschaft, Promotion über Robert Musil. Ausbildung zur Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung. Nach längeren Aufenthalten in Wien und Rom lebt Sibylle Mulot jetzt in Frankreich.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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