Originaltitel: Los pájaros de Bangkok
Krimi. Piper Verlag 2002
307 Seiten, ISBN: 3492235778
Seinen letzten Fall hatte Pepe Carvalho gerade erfolgreich abgeschlossen, ein weiterer war nicht in Sicht. Einzig ausgezeichnetes Essen und das Verbrennen einiger Bücher stand in der nächsten Zeit auf dem Programm - und vielleicht wieder einmal ein Treffen mit Charo, seiner Verlobten.
Die Nachricht vom Tod einer schönen Frau, die er einmal beiläufig gesehen hatte, fasziniert ihn; im Anschluss an eine exclusive Party in ihrer Wohnung war sie mit einer Champagnerflasche erschlagen worden. Der Gedanke an die ungeheure Sinnlichkeit, die von Ermordeten ausgegangen war, verleitet Carvalho dazu, sich einigen wohlhabenden Partygästen als Privatdetektiv anzudienen, der ihr Alibi stützen soll - umsonst.
Außerdem verschwindet noch eine alte Freundin, die zu einer Reise nach Asien aufgebrochen war- ihre letzte Nachricht ließ Schlimmes vermuten. Und auch hier muss Carvalho sich als Privatdetektiv aufdrängen, bis er damit betraut wird, die Frau zu suchen, die sich mit einem Thailänder aus dem Staub gemacht hatte - und ganz offensichtlich damit die kriminellen Vorhaben einer gefährlichen Bande gestört hat...
Wer sich fragen sollte, was diese Fälle miteinander zu tun haben: Nichts. Und ähnlich unmotiviert, wie man als Leser mit den an sich nicht wirklich interessanten, sehr konstruierten Angelegenheiten des Pepe Carvalho konfrontiert wird, entwickelt sich auch der weitere Verlauf der Geschichten.
Einzig als in Bangkok über längeren Zeitraum eine Verfolgungsjagd der etwas anderen Art geboten wird, kommt die Handlung endlich etwas in Schwung. Zwar war auch hier nicht unbedingt Logik hinter dem Plot zu vermuten, aber immerhin passierte etwas.
Doch dann wird alles aufgelöst, ebenso unvermittelt und unbefriedigend wie schon der Beginn war - und als Leser klappt man das Buch zu und ist eigentlich nur froh, dass es endlich ein Ende gefunden hat.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die große Pepe-Carvalho-Fangemeinde ihre Begeisterung für diesen Detektiv ausgerechnet auf dieses Werk stützt; mein Wunsch, über den weiteren Verbleib des Spaniers zu erfahren, ist nach dieser Lektüre nicht mehr besonders ausgeprägt.
Dazu kommt natürlich auch noch, dass mir die Figur des Pepe Carvalho an sich schon unsympathisch ist; vielleicht liegt das darin begründet, dass er seine Bibliothek hauptsächlich dazu verwendet, seinen Kamin zu heizen...
Manuel Vázquez Montalbán wurde 1939 in Barcelona geboren. Nach dem Studium der Geisteswissenschaften und der Journalistik war er bei verschiedenen Zeitschriften als Redakteur tätig. Er gilt als einer der profiliertesten spanischen Autoren der Gegenwart, der mit der Figur des Meisterdetektivs Pepe Carvalho einen Klassiker geschaffen hat. Er starb am 18. Oktober 2003 auf dem Flughafen Bangkok
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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