Originaltitel: Le Malade imaginaire
Roman. Diogenes 2002
145 Seiten, ISBN: 3257202059

Es ist ein Klassiker und wird heute noch gerne aufgeführt: Molières Stück um einen Mann, der meint, ohne seine Ärzte und Medikamente nicht leben zu können. Dieser Wahn verleitet ihn sogar dazu, seine Tochter mit dem Neffen seines Arztes verheiraten zu wollen, nur um sich durch den Arzt in der Familie abzusichern.
Dass seine Tochter in einen ganz anderen Mann verliebt ist, kümmert ihn dabei nicht. Auch der Auftritt des Töpels kann ihn nicht umstimmen; entweder diesen Mann heiraten - oder aber ins Kloster, so lautet der väterliche Urteilsspruch.
Dass seine zweite Frau ihn auch entsprechend beeinflusst merkt seine gesamte Umgebung - nur er selbst nicht. Fühlt er sich doch bei ihr in der zärtlichsten Pflege; dass sie seine Töchter schon lange aus dem Haus (und am besten so weit weg, dass sie nicht erben können) wünscht, ja, dass sie fortwährend bemüht ist, an sein Geld zu kommen, fällt ihm nicht weiter auf.
Um ihm die Augen zu öffnen, seiner Tochter die Heirat zu ermöglichen und seine Abhängigkeit von den Ärzten zu lockern, ersinnt die listige Dienerin einen Rettungsplan...
Obwohl das Stück schon mehrere hundert Jahre alt ist, hat sich der Typus des *eingebildeten Kranken* noch lange nicht überholt - im Gegenteil! Heute mehr denn je begegnet man den Ärztegläubigen, die gegen jedes Wehwehchen ein Medikament verschrieben haben möchten.
Molière zitiert sich in diesem Stück selbst; dieser Stückeschreiber sei einer, wird darin gesagt, der selbst nie einen Doktor holen würde. Als Todkranker trat er noch einmal in der Rolle des Eingebildeten Kranken auf - um auf der Bühne zusammenzubrechen und zu Hause, noch im Kostüm, zu versterben.
Molière, eigentlich Jean Baptiste Poquelin, 15.1.1622 - 17.2.1673, begraben auf dem Cimetière du Père-Lachaise
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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