Ian McEwan - Schwarze Hunde

Originaltitel: Black Dogs
Roman. Diogenes 1992
226 Seiten, ISBN: 325722818X

Bernard und June sind auf Hochzeitsreise in Südfrankreich. Der zweite Weltkrieg ist vorbei, sie haben in dieser Zeit in London für den Kommunismus gearbeitet, erleben erst jetzt so richtig das Ausmaß der Zerstörung, dem Europa anheim gefallen war.

Mitten in der wunderbaren, wildromantischen Landschaft Südfrankreichs, sie waren gerade dabei, sich eine herrliche Zukunft auszumalen, passiert etwas, das dem Idyll ein jähes Ende setzt: June begegnet 2 schwarzen Hunden, die sie bedrohen, und nimmt diese Begegnung mit dem Bösen als Anstoß, ihr Leben zu ändern. Die lebenslange Entfremdung der frisch verheirateten beginnt, June zieht sich mehr und mehr nach Frankreich zurück.

40 Jahre später beginnt ihr Schwiegersohn und Ich-Erzähler, die Geschichte nochmals nachzufragen, sich beide Seiten anzuhören. Schon als Jugendlicher hatte er sich bei den Eltern seiner Freunde angebiedert, da seine eigenen schon sehr früh verstorben waren. Eine Suche nach der Vergangenheit, die ihn tief in sich selbst führt....

Ein merkwürdiges Buch. McEwan zählt zu meinen absoluten Favoriten, ich liebe seine Sprache, seine Fähigkeit, den Leser in seinen Bann zu ziehen, indem er das Grauen von Innen zeigt.

In diesem Buch konnte ich davon jedoch nicht viel finden. Es waren für mich auch zu viele Einzelfragmente, die kein großes Gesamtbild ergaben - der Ich-Erzähler, Junes und Bernards Geschichte, und dann plötzlich Berlin und das Ende der Mauer. Ich bin nicht so ganz schlau aus dem Buch geworden - und werde mich lieber über den nächsten McEwan stürzen.

Ian McEwan

Ian Mc Ewan, geb. 1948 in Aldershot, verbrachte seine Kindheit in England, Singapur und Nordafrika. Nach einem Philologiestudium war er einziger Student eines "Creative Writing"-Kurses bei Malcolm Bradbury. Seine Magisterarbeit bestand aus einer Reihe von Kurzgeschichten, die später unter dem Titel "Erste Liebe, letzte Riten" veröffentlicht wurden und ihm den Somerset-Maugham-Preis einbrachten. Er lebt heute mit seiner zweiten Frau und den beiden Söhnen aus erster Ehe in Oxford und London. 1998 wurde ihm für "Amsterdam" der begehrte Booker-Preis verliehen, und im folgenden Jahr der Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Für "Abbitte" erhielt er 2001 den People´s Booker.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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