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Ian McEwan - Der Zementgarten

Roman. Diogenes TB, ISBN: 3-257-20648-8

Ersch. 1978 unter dem Titel "The Cement Garden""

Aus dem Englischen  1980 von Christian Enzensberger

 


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Der Autor:  
Ian Mc Ewan, geb. 1948 in Aldershot, verbrachte seine Kindheit in England, Singapur und Nordafrika. Nach einem Philologiestudium war er einziger Student eines "Creative Writing"-Kurses bei Malcolm Bradbury. Seine Magisterarbeit bestand aus einer Reihe von Kurzgeschichten, die später unter dem Titel "Erste Liebe, letzte Riten" veröffentlicht wurden und ihm den Somerset-Maugham-Preis einbrachten. Er lebt heute mit seiner zweiten Frau und den beiden Söhnen aus erster Ehe in Oxford und London. 1998 wurde ihm für "Amsterdam" der begehrte Booker-Preis verliehen, und im folgenden Jahr der Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Für "Abbitte" erhielt er 2001 den People´s Booker.

Weitere Titel:  Erste Liebe, Letzte Riten / Der Zementgarten / Zwischen den Laken / Der Trost von Fremden / Ein Kind zur Zeit / Unschuldige / Schwarze Hunde / Der Tagträumer / Liebeswahn / Amsterdam / Abbitte


4 Kinder - Julie, Jack, Sue und Tom, zwischen 6 und 16 Jahren alt - erleben den plötzlichen und etwas skurrilen Tod ihres Vaters. Die vier haben einen außergewöhnlichen Zusammenhalt und kaum soziale Kontakte außerhalb der Familie.

Als die Mutter wenige Monate später zu Hause an Krebs stirbt, wollen sie vor allem verhindern, getrennt zu werden. Es erscheint ihnen deshalb ganz natürlich, die Mutter im Keller in Zement zu vergraben.

Das Zusammenleben der Geschwister verläuft anfangs sehr ungeregelt, wie zu erwarten. Aber bald stellen sich wieder familienähnliche Strukturen ein - Mutter und Vater, Tom wird wieder zum Baby.

Nur Derek, Julies neuer Freund, ist ein ständig mit bohrenden Fragen nervender Störenfried....


Es war keine schlechte Unterhaltung zwischendurch - aber ich komme bestimmt nicht in die Versuchung, das Buch nochmals zu lesen. Der Beginn hat zwar große Erwartungen in mir geweckt, die aber leider nicht erfüllt wurden.

Das sexuelle Erwachen und die inzestuösen Begierden sind sehr gut beschrieben, auch die Art und Weise, wie Jack seine Aggressionen gegen sich und andere richtet.

Ansonsten habe ich aber bis zuletzt darauf gewartet, dass etwas Bewegung in die Geschichte kommt. 

Aber wie es mit manchen Büchern seltsamerweise passiert: nach der Lektüre legt man sie eher entnervt weg, um dann noch Jahre später feststellen zu müssen: sie sind immer noch im Kopf des Lesers, lassen nicht los, beschäftigen immer noch. So ein Buch ist auch *Der Zementgarten* - Es ist vor allem die Hitze des Sommers, die man immer noch auf der Haut spürt, die verbotene Sexualität, die nervöse Erregung, die im Gedächtnis bleibt - und das Buch, vor allem im Nachhinein betrachtet, sehr lesenswert macht.



 

Leseprobe:

Ich habe meinen Vater nicht umgebracht, aber manchmal kam es mir vor, als hätte ich ihm nachgeholfen. Und bis auf die Tatsache, dass sein Tod zeitlich mit einem Meilenstein in meiner eigenen körperlichen Entwicklung zusammenfiel, schien er unbedeutend, verglichen mit dem, was dann kam. Meine Schwestern und ich sprachen über ihn in der Woche, nachdem er gestorben war, und natürlich weinte Sue, als ihn die Sanitäter in eine hellrote Decke einpackten und forttrugen. Er war ein schwächlicher, jähzorniger, verbohrter Mann, gelblich an den Händen und im Gesicht. Ich führe die kleine Geschichte von seinem Tod nur an, weil sie erklärt, wieso meine Schwestern und ich auf einmal eine so große Menge Zement zur Verfügung hatten.



 

© Daniela Ecker

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