Val McDermid - Ein Ort für die Ewigkeit

Originaltitel: A Place of Execution
Krimi. Knaur Verlag 1999
588 Seiten, ISBN: 3426619113

Am 11. Dezember 1963 verschwindet ein junges Mädchen. Sie war noch kurz mit ihrem Hund spazieren - und kehrte nie zurück. Scardale, das Dorf, aus dem Alison stammte, lag völlig abgeschieden und wurde nur von ein paar Familien bewohnt, die natürlich alle in irgendeiner Form miteinander verwandt waren.

Es ist der erste große Fall für Inspector Bennett. Erst vor kurzem war er hierher versetzt worden, war dank seines Studiums die Leiter rascher als üblich hochgekommen, und musste sich nun die entsprechende Anerkennung erst verdienen.

Die Bewohner von Scardale machen es ihm nicht einfach. Sie sind es gewohnt, ihre Angelegenheiten normalerweise selbst zu regeln, das spürt man. Fremde haben hier keine Chance; auch Alisons Stiefvater, der Squire, dem alles Land in Scardale gehört, ist ein Fremder, dem Misstrauen entgegengebracht wird.

Aber Bennett sieht in diesem Fall bald mehr als nur eine berufliche Aufgabe; seine Frau ist schwanger, und das Schicksal des fremden Mädchens wird für ihn zum Symbol. Er und Thommy Clough lassen nicht locker und gewinnen, wenn auch zögerlich, zumindest die Anerkennung der Dorfbewohner.

Und mit deren Hilfe gelingt es ihnen, den Schuldigen festzunehmen - und ihm den Prozess zu machen.

Jahre später, Bennetts Sohn ist mittlerweile selbst erwachsen, holt dieser alte Fall sie wieder ein. Und plötzlich tauchen neue Fakten auf...

Spannend ist diese Geschichte um das verschwundene Mädchen auf jeden Fall; auch wenn es eigentlich von Anfang an nur einen wirklich Verdächtigen gibt, und man die tatsächlichen Auflösung auch schnell ahnt.

Gerade im Mittelteil der Untersuchung gab es dann auch einige Längen - aber dafür wurde man beim spannenden Prozess entschädigt.

Eines kann Val McDermid: gut schreiben. Ich vermute zwar, dass sie in ihren Profiler-Serien noch besser ist, aber "Ein Ort für die Ewigkeit" ist auf alle Fälle ein solider, gut gemachter Krimi.

Val McDermid

Val McDermid, geb. 1955, wuchs in einem schottischen Bergbaugebiet auf und lebt heute in Manchester. Nach Jahren als Literaturdozentin in Oxford und als Journalistin bei namhaften englischen Zeitungen widmet sie sich heute ganz der Schriftstellerei. Ihr Thriller "Das Lied der Sirenen" wurde 1995 mit dem Golden Dagger Award für den besten Kriminalfall des Jahres ausgezeichnet.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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