Originaltitel: Eszter hayatéka
Roman. Piper Verlag 1939
165 Seiten, ISBN: 3492235115

Eszter und Nunu leben ihr bescheidenes, ruhiges Leben in dem kleinen Haus, das ihnen noch verblieben ist. Bis eines Tages ein Telegramm die Beschaulichkeit stört: Lajos kündigt sich an. Seit 20 Jahren will er das erste Mal wieder hierher kommen.
Was kann er wollen? Ob er kommen will, die alten Schulden zu begleichen, die er bei allen Freunden hier hinterlassen hat? Ob er kommt, um Eszter zu erklären, warum er damals, obwohl er doch ihr immer Liebe geschworen hatte, überraschend ihre Schwester geheiratet hatte?
Eszter hat diese Tatsache nie verwunden, und auch keinen anderen geheiratet. Jetzt, nach 20 Jahren, hat sie sich in ihrem Leben eingerichtet - doch Lajos bringt noch einmal alles durcheinander....
Hm, so recht weiß ich noch nicht, was ich von diesem Buch halten soll.
Vom Schreibstil her, auch von der erzählten Geschichte, ist Sandor Marai zweifellos ein Autor, der mir sehr am Herzen liegt, den ich ausgesprochen gern lese.
Doch mit dem Inhalt dieses Romans kann ich mich nicht identifizieren. Die Aussage von Lajos, dass nur die Absicht zählen würde - und seine Absichten wären ja immer lauter gewesen - und dass die Konsequenzen seiner Handlungen nicht ihm zuzuschreiben wären, empfinde ich doch als sehr zweifelhaft.
Auch, dass er tatsächlich nach 20 Jahren wiederkommt, um dieser Frau, der er das Herz gebrochen hat, auch noch den letzten Rest Besitz abzunehmen, der ihr verblieben ist, entzieht sich meinem Verständnis. Allerdings hat er mich mit dem Hinweis, dass wohl ihrer beider Liebe nicht mutig genug gewesen wäre, doch zum Nachdenken gebracht…
Sándor Márai, geboren 1900 in Kassa (heute Slowakei), gestorben 1989 in San Diego. Seine zahlreichen Romane und Tgaebücher, die wie die Werke Robert Musils und Joseph Roths heute zum Kanon der europäischen Literatur dieses Jahrhunderts gehören, in Márais Heimat Ungarn jedoch jahrzehntelang verboten waren, werden nun international wiederentdeckt.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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