Henning Mankell - Die fünfte Frau. Ein Wallander-Krimi

Originaltitel: Den femte kvinnan
Krimi. dtv Der TaschenbuchVerlag 1997
544 Seiten, ISBN: 3423203668

Eines Abends werden in Algerien 4 Nonnen und eine Frau getötet. Die Regierung, auf den Tourismus bedacht, vertuscht den Vorfall; die fünfte Frau wird totgeschwiegen, es hat sie nie gegeben.

Eine Polizistin schickt, auf eigene Faust und gegen Willen und Wissen der Behörden, Briefe und Dokumente zur Tochter dieser Frau.

Kurt Wallander ist von einer Rom-Reise, die er gemeinsam mit seinem Vater unternommen hatte, zurückgekehrt. Schon am ersten Tag wird er mit dem eigenartigen Verschwinden eines Vogelbeobachters und Dichters, konfrontiert, der alleine lebte. Kurz darauf wird ein Einbruch in einen Blumenladen gemeldet, man findet Blut am Boden - doch es fehlt nichts.

Den Vogelbeobachter findet man kurz darauf auf seinem Grundstück; die Bretter einer Brücke waren angesägt, er war in ein Pfahlgrab gestürzt und auf grausame Weise gestorben.

Auf der Suche nach dem Mörder stellen die Ermittler fest, dass es kaum Informationen über den Toten gibt. Doch dann findet sich in seinem Safe ein Schrumpfkopf und das Tagebuch eines Söldners. Ist hier die heiße Spur?

Vom Besitzer des Blumenladens weiß man auch nur, dass er in der Nacht, da er auf eine lange und teure Reise gehen wollte, verschwunden war. Einige Wochen später wird er, ausgehungert und erwürgt, im Wald gefunden. Die Handschrift deutet darauf hin, dass es sich um den selben Mörder handelt. Doch wo sind die Parallelen zwischen den beiden Morden?

Als noch ein dritter Mord passiert, auf ähnlich grauenvolle Art und Weise, beginnt ein Muster sich abzuzeichnen... Wallander und sein Team treten den Wettlauf gegen die Zeit an.

Ein spannender, fesselnder Krimi! Besonders gefallen hat mir, dass zwar von Anfang an bekannt war, wer der Mörder ist, aber dennoch das Motiv für lange Zeit unklar blieb.

Für mich persönlich war bestimmt auch die Tatsache, dass ich den Tatort, die schwedische Kleinstadt Ystad, kenne, von besonderem Reiz.

Sicher, man hätte die Handlung vielleicht etwas straffen können. In den langen Sitzungen des Ermittlerteams werden die selben Erkenntnisse immer und immer wieder vorgebracht, um neue Zusammenhänge herauszufinden. Doch diese Wiederkehr hatte auch einen ganz speziellen Reiz.

Nur den Part mit der Bürgerpolizei hätte man meines Erachtens wirklich weglassen können, er diente nur zur Darstellung einer politischen Situation in Schweden, der für das Buch nicht wesentlich war.

Ich bin schon sehr gespannt auf den neuen Krimi von Mankell, der für Mai 99 angekündigt wird!

Henning Mankell

Henning Mankell, 1948 in Häjedalen geboren, ist einer der angesehensten Schriftsteller Schwedens. Er lebt als Regisseur und Autor in Maputo / Mosambik.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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