Originaltitel: Elogio de la madrastra
Roman. Suhrkamp Verlag 1993
196 Seiten, ISBN: 3518387006

An ihrem vierzigsten Geburtstag erhält Dona Lukrezia von ihrem Stiefsohn ein liebes Briefchen, daß ihr jede Angst davor nimmt, sie könnte durch ihn Probleme in der erst vor wenigen Monaten geschlossenen Ehe bekommen.
Nur eines beunruhigt sie leicht - sind die Berührungen dieses Kindes tatsächlich noch unschuldig, oder erwacht auch in ihm schon die Sexualtität?
Nachdem sie erfahren hatte, daß er sie auch im Bad beobachtet, beschließt sie, ihm gegenüber nun zurückhaltender zu sein.
Ein Entschluß, der Alfonsito dazu bringt, einen Abschiedsbrief zu schreiben - er würde sich das Leben nehmen, wenn seine Stiefmutter nochmals so grausam und kalt zu ihm wäre, meinte er.
Und bald schon bekommt die Sinnlichkeit, die in diesem Hause ohnehin schon sehr dominant ist, noch eine neue Komponente…
Es ist mir sehr schwer gefallen, den Inhalt dieses Buches nachzuerzählen. Denn neben der oben angeführten Rahmenhandlung gibt es auch nach jedem Kapitel noch eine Geschichte zu einem der (im Buch abgedruckten) Bilder.
Es ist ein sehr sinnliches Buch. Die Schilderungen von Don Rigoberto im Badezimmer waren für mich absolute Highlights.
Trotzdem: ein Buch, daß ich zwar gerne und mit Vergnügen gelesen habe, daß aber keinen bleibenden Nachgeschmack bei mir hinterläßt.
Jorge Mario Pedro Vargas Llosa, geboren 1936 in Arequipa/Peru, ging 1959 als Stipendiat nach Madrid, arbeitete später in Paris. 1966 verlegte er seinen Wohnsitz nach London. Nach Inkrafttreten der neuen peruanischen Verfassung von 1980 zog er wieder nach Lima, seit 1987 ist er verstärkt politisch tätig. Er lebt heute in London und Lima. 1996 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 2010 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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