Artur Daniel Liskowacki - Sonate für S.

Originaltitel: --
Roman. Knaus Verlag 2003
350 Seiten, ISBN: 3813502120

Onkel Willi vermeidet es, die Namen der Straßen auszusprechen, wenn er etwas erzählt - wer soll schließlich noch einen Überblick darüber haben, welcher nun gerade richtig ist, womit man sich verdächtig macht? Damit ist Onkel Willi, der weder wirklich der Onkel von Heini noch von sonst jemandem ist, im Stettin der Nachkriegsjahre nicht alleine.

Ein Chor von Alltagsstimmen wird in diesem Buch laut; Menschen von der Straße, nicht schlechter und nicht besser als jeder andere auch, die sich im Krieg nach dem Wind gedreht hatten, die immer oben schwimmen würden, feige, mutigere - von ihnen allen berichtet der Autor hier, lässt sie zum Teil gleichzeitig zu Wort kommen, verwebt Vorkriegs- und Nachkriegszeit in einem Satz, verweilt kurz bei einer Szene, um schon wieder weiterzuziehen.

Keiner kommt wirklich gut weg in diesem Buch; weder die Deutschen noch die Polen, die Motive sind selten edel, die Mittel, das eigene Auskommen, die eigene Bequemlichkeit zu sichern, erst recht nicht.

Ein interessantes Thema, auf jeden Fall - aber da ich kein Freund von allzu poetisierendem Stil bin, konnte ich mich mit diesem Buch nicht wirklich anfreunden. Kein Spannungsbogen, dafür das gleichförmige Geraune von viel zu vielen Stimmen, die sich zu sehr gleichen - das hat es mir sehr schwer gemacht, genügend Interesse zum Weiterlesen aufzubringen.

Artur Daniel Liskowacki

Artur Daniel Liskowacki, geboren 1956 in Stettin, wurde mit der Trilogie über seine Geburtsstadt in Polen berühmt. Sonate für S. fand bisher über 40.000 Leser, für Polen eine kleine Sensation

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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