Originaltitel: Die Puppenspieler
Roman. Goldmann Verlag 1993
667 Seiten, ISBN: 3442429552
Die Mutter von Richard Artzt wird als Hexe verbrannt - dabei war sie nur Hebamme. Ihr großer Fehler war, die unkeuschen Gelüste eines Mönches nicht zu erfüllen.
Aus dieser Zeit rührt der schier unüberwindbare Widerwille gegen die Kirche in Richard; er macht es sich zur Aufgabe, eines Tages zu beweisen, daß es keine Hexen gäbe.
Doch vorerst wächst er bei seiner reichen Tante auf, die Jakob Fugger geheiratet hat. Seine Wißbegierde und Intelligenz weiß der Onkel zu schätzen; bald schon wird Richard im Auftrag der Fugger nach Florenz geschickt.
Neben seinen beruflichen Aufgaben eröffnen sich ihm hier ungeahnte geistige Möglichkeiten; Florenz ist zu dieser Zeit eine moderne Stadt, die Kunst floriert, Geisteswissenschaften werden hoch geschrieben.
Richard freundet sich, zu seiner eigenen Überraschung, mit einem Mönch an - und findet zufällig auch Saviya wieder, das Zigeunermädchen, dem er auf dem Weg nach Italien das Leben gerettet hatte. Eine leidenschaftliche Liebe beginnt; doch Saviya bewahrt ein Geheimnis - weiß sie doch, wie empfindlich Richard auf das Thema Hexen reagiert…
Der Anfang ist etwas langatmig geraten, zudem gefiel mir hier die Sprache noch nicht - aber es wurde besser.
Zu meinen Lieblingsbüchern wird "Die Puppenspieler" wohl nie gehören, aber es war eine nette, unterhaltsame Lektüre, und ich konnte mein Wissen über das Mittelalter auf angenehme Weise etwas auffrischen.
Beachtlich finde ich vor allem das Alter der Autorin; sie kann beim Beenden des Romanes höchsten 23 Jahre alt gewesen sein.
Auf der Skala der historischen Romane würde ich es bestimmt ziemlich weit vorne einreihen - meilenweit vor der "Päpstin" auf alle Fälle.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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