Originaltitel: --
Roman. Goldmann Verlag 2003
477 Seiten, ISBN: 3442727073
Der Buchhändler, um den es in dieser Geschichte geht, braucht nicht in die Welt hinaus zu gehen - die Welt kommt zu ihm. Bücher, die mehr an Wissen enthalten, als man es in einem Menschenleben fassen kann, sind durch seine Hände gegangen.
Da erhält er eines Morgens einen seltsamen Brief. Er soll eine mysteriöse Lady aufsuchen. Schon an dieser Aufforderung lässt ihn etwas stutzig werden; kann es sein, dass das Siegel schon einmal erbrochen wurde?
Warum, weiß er selbst nicht, aber er lässt sich auf das Abenteuer ein. Das Schloss Pontifax hat deutlich schon bessere Tage gesehen. Die Hausherrin beschwört, während sie ihn durch die Zimmerfluchten führt, die fehlenden Möbelstücke Gobelins, Teppiche, mit ihren Erzählungen herauf.
Und dann das Prunkstück: Die Bibliothek. Deswegen wurde er hergerufen - denn hier wartet seine große Aufgabe…
Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch, weil es in der NZZ würdig befunden wurde, mit "Der Name der Rose" auf einer Stufe zu stehen.
Die einzige Ähnlichkeit besteht allerdings darin, das beides in einer Bibliothek spielt. Dem "Labyrinth der Welt" fehlt alles, was ein Buch für mich lesenswert macht: Esprit, schöne Sprache, en neugierig machender Plot, hintergründiger Humor, Intelligenz...
Es reicht nicht, auf jeder Seite eine Andeutung im Stil von "das hätte ihn damals schon stutzig machen müssen, aber das wusste er ja noch nicht, das konnte er noch nicht wissen, daran sollte er später zurückdenken" hinzuwerfen, um Interesse zu wecken - meines zumindest nicht.
Kann ich nicht weiterempfehlen.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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