Originaltitel: Moon Music
Krimi. btb (Bertelsmann Taschenbuch) 1998
542 Seiten, ISBN: 3442725593
Ein grausiger Fund in der Wüste: eine Frau, zur Hälfte bis auf die Knochen entblößt, während der Rest noch immer unversehrt die einstige Schönheit zeigt. Als Steve Jensen sie sieht, äußert sich der Schock ziemlich abrupt: die Leiche ist ihm nicht unbekannt. Sie ist eine der unzähligen Tänzerinnen, die in Las Vegas ihr Glück versuchen, und dann am Strich landen - wo Steve sich regelmäßig seine Freundinnen sucht.
Eigentlich ein Grund, ihn von diesem Fall abzuziehen. Doch das würde bedeuten, dass Alison, Steves Frau, wieder darauf hingewiesen wird, dass ihr Mann sie betrügt - und das will Romulus Poe, Steves Vorgesetzter und Alisons ältester Freund, ihr nicht antun.
Denn Schwierigkeiten haben die beiden in ihrer Ehe ohnehin genug; schon Alisons Mutter hatte Selbstmord begangen, und auch sie selbst litt unter schweren psychischen Störungen. Was ihrer Schönheit keinen Abbruch tat; und auch ihrer Fähigkeit, Männer zu manipulieren, wie Dr. Kalil, Romulus Freundin, immer wieder bemerkte.
Der Gedanke an Alison und den Selbstmord ihrer Mutter bringt ihn auch wieder zu einem immer noch ungelösten Fall: zu jener Zeit, vor 25 Jahren, trieb ein Mörder sein Unwesen, dessen Handschrift auch bei diesem Mord wieder zu merken war. Aber es sollte nicht bei diesem einen Mord bleiben - und schon bald muss Romulus merken, dass er tiefer in den Fall verwickelt ist, als er selbst wahrhaben will...
Am Ende des Romans habe ich mich darüber geärgert, dass ich meinem Impuls, das Buch wieder wegzulegen, nachdem ich 30 Seiten gelesen hatte, nicht nachgegeben habe.
Doch, das Buch war durchaus sehr spannend, und nach besagten 30 Seiten hatte ich mich auch an die vielen Prostituierten, die nicht sehr feine Ausdrucksweise, den Alkohol und die Brutalität gewöhnt. Als sich dann auch, relativ früh, abzuzeichnen begann, wer hier mit Romulus Katz und Maus zu spielen versucht, konnte ich nicht anders: ich musste weiterlesen und weiterlesen und weiterlesen.
Aber das letzte Drittel hat mich zunehmend befremdet. Was dem Leser hier zugemutet wird, ist ein sehr zweifelhafter Ausflug in die Legenden der Werwölfe und anderer Wesen, die ihr Erscheinungsbild von Menschen- zu Tiergestalt ändern können; für mich absolut unbefriedigend.
Dabei wäre der Aufhänger mit dem Atombomben-Versuchsgelände in Nevada, der einen breiten und spannenden Raum in diesem Buch einnimmt, an sich ein Garant für einen brisanten Thriller gewesen.
Tja - Thema leider verschenkt. Ein Buch, das ich nicht weiterempfehle.
Faye Kellerman war Zahnärztin, bevor sie sich ausschließlich dem Schreiben widmete und seitdem mit ihren Romanen um Detective Peter Decker und seine Frau Rina Lazarus weltweit eine begeisterte Leserschaft hat. Sie hat vier Kinder und lebt zusammen mit ihrem Mann, dem Psychologen und Bestsellerautor Jonathan Kellerman, in Los Angeles.
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Zeruya Shalev nimmt auch in diesem Roman ihre Leser mit auf eine Reise in die Dunkelkammer der Familien: lieblose Ehen, qualvolle Mutter-Kind-Beziehungen und die Besessenheit von der Gewissheit, dass es für den Rest des Lebens noch mehr geben muss als das, was die Gegenwart bietet. [..MEHR..]
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