Franz Kabelka - Heimkehr

Originaltitel: Heimkehr
Krimi. Haymon Verlag 2004
233 Seiten, ISBN: 3852184452

Es kommt ihn hart an, den Anton "Tone" Hagen, wieder nach Vorarlberg zurückzugehen. Mehr als 10 Jahre hatte er in Linz bei der Polizei gearbeitet, und nur der fortschreitende Verfall der Eltern und die Weigerung seines Bruders, auch einen Teil der Verantwortung zu übernehmen, konnten ihn zu diesem Schritt bewegen.

Es ist eine lange Zeit, die er hier weg war - zu lange, um einfach nahtlos wieder in den Familienverbund, den alten Freundeskreis einsteigen zu können, und zu kurz, um wirklich völlig neu anfangen zu können.

Aber auch beruflich wird ihm der Einstieg nicht leichtgemacht: als Quereinsteiger hat er dem örtlichen Personal eine der wenigen Aufstiegsmöglichkeiten vor der Nase weggeschnappt, und außerdem beginnt sein Dienst gleich mit einem brutalen Mord, dem innerhalb kurzer Zeit noch ein weiterer folgt. Als hätte er erst zurückkommen müssen, damit das alles passieren konnte.

Die übliche Spurensuche, selbst das Heranziehen eines Profilers bringen sie nicht weiter. Erst Hagens Intuition führt sie schließlich zum Täter, dessen Motiv in seiner eigenen Vergangenheit zu finden ist...

Ein Profiler im Ländle, Hacker, modernste Spurenanalyse - und dazu die typische Spießbürgerlichkeit und Steifheit, die man ganz klischeehaft von dieser Region erwartet. Ob das wirklich eine spannende Mischung abgibt? Vielleicht, wenn man dem Autor noch ein paar Titel Zeit lässt und er seine Krampfigkeit und Steifheit ein wenig verliert, seine Ambitionen, nicht "nur" einen Krimi, sondern auch noch "Literatur" zu schreiben nachlassen und er seine aktuellen Zeitbezüge und Politik-Kritik lernt, ein wenig beiläufiger und eleganter einfließen zu lassen.

Dieser erste Fall wird vermutlich nur die Leser bei der Stange zu halten vermögen, die einen Bezug zur Region haben, die den Gedanken an einen Serienmörder in Vorarlberg spannend finden und sich an Vertrautem erfreuen können. Ansonsten ist es eher unter die Rubrik "er hat sich sehr bemüht" einzureihen; keineswegs schlecht, aber eben: (noch) nicht genug, um wirklich zu gefallen.

Franz Kabelka

Franz Kabelka, geboren 1954 in Linz, lebt und arbeitet in Feldkirch. Er studierte Germanistik und Anglistik in Salzburg und veröffentlicht seit 1975 regelmäßig Lyrik, Kurzprosa, Essays sowie Theaterstücke in Literaturzeitschriften, Zeitungen und Anthologien. Für das Manuskript zu seinem ersten Kriminalroman erhielt er 2003 den Prosapreis der Städte Hall und Brixen.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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