Originaltitel: Original Sin
Krimi. Droemer 1995
604 Seiten, ISBN: 3426195208


Peverell Press ist ein angesehenes Verlagshaus in London. Doch in der letzten Zeit steht das Unternehmen unter keinem guten Stern; irgendjemand treibt seinen Schabernak und versucht dem Verlag zu schaden. Aber nicht so sehr, dass die Polizei bemüht würde; es sind Kleinigkeiten. Druckfahnen, die manipuliert werden, Fotos, die kurz vor dem Drucksatz verschwinden - und danach wieder auftauchen.
Der Selbstmord einer Lektorin, die kurz zuvor gekündigt wurde, ist der scheinbare Höhepunkt dieser Pechsträhne.
Doch dann wird Gerard Etienne, der Geschäftsführer, ermordet. Ein Motiv hatten viele: er hatte rigorose Einsparungsmaßnahmen geplant, mit denen der eine oder andere nicht einverstanden war, es sollte noch ein größeres Köpferollen geben, Innocent House, seit Ewigkeiten der Sitz des Verlages, sollte zugunsten eines modernen Bürogebäudes verkauft werden; seine Schwester und Erbin brauchte dringend Geld für ihren Verlobten - und dann ist da noch eine Autorin, deren letztes Buch abgelehnt wurde, und die zornentbrannt im Verlag aufgetaucht war.
Doch kurz darauf wird sie das nächste Opfer...
Das Milieu, in dem dieser Krimi spielt, ist natürlich wie geschaffen für Leser: ein Verlag, dessen Probleme - und dann auch noch ein Mord.
Über die Stichhaltigkeit des Motivs ließe sich vielleicht streiten, aber das ist bei diesem Krimi auch nicht das Wesentliche. Viel wichtiger ist der erzählte Ablauf in einem Verlagshaus - und wie dieser durcheinandergebracht werden kann.
Auch in diesem Krimi wartet die Autorin mit einer ganzen Menge von Verdächtigen auf; ein bisschen weniger hätten es durchaus sein können, um dennoch ein spannendes Buch zu gewährleisten. Aber dies ist nun mal ein spezielles Attribut der Autorin, das man ihr zugestehen muss.
Ich hatte schon "Was gut und böse ist" gerne gelesen - aber "Wer sein Haus auf Sünden baut" hat mich noch wesentlich stärker beeindruckt.
Phyllis Dorothy James, seit 1991 Baroness James of Holland Park, wurde 1920 geboren. Da ihr Mann unheilbar krank aus dem Weltkrieg zurückkehrte, musste sie für sich und die beiden Töchter selbst sorgen. Erst nach langen Jahren in der Krankenhausverwaltung und in der Kriminalabteilung des Innenministeriums konnte sie sich ab 1962 der Schriftstellerei widmen.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
©01.01.2001 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2010 LESELUST Daniela & Markus Brezing