John Irving - Owen Meany

Originaltitel: A Prayer for Owen Meany
Roman. Diogenes 1989
852 Seiten, ISBN: 3257224915

John Wheelwright hat einen etwas sonderbaren Freund: Owen Meany ist winzigklein, hat eine Stimme, als würde er ständig in Großbuchstaben sprechen, unvergesslich schrill.

Wer sein Vater war, wusste John nicht. Seine Mutter hatte immer ein Geheimnis daraus gemacht. Als sie eines Abends mit einem neuen Mann nach Hause kommt, gewinnt dieser nicht nur ihr Herz, sondern auch das des Sohnes.

Owens Eltern bearbeiten einen Steinbruch. Er spricht nicht gerne über seine Eltern, hält sich auch lieber bei John auf als zu Hause. So trifft ihn der Tod dessen Mutter doppelt hart - schließlich war er es auch, der an diesem Tod die Schuld trug.

Die Freundschaft der beiden wird davon nicht beeinträchtigt; Owen lässt sich eigens um ein Jahr zurückstufen, um mit dem schwachen Schüler John in einer Klasse bleiben zu können. Auch die Jugendjahre verbringen sie gemeinsam, immer auf der Suche nach Mädchen, die für beide gleich unerreichbar scheinen.

Das Datum seines Todes glaubt Owen auf die Stunde genau zu wissen - er hat es auf einem Grabstein gemeißelt gesehen. Und so bereitet er sich während der folgenden Jahre darauf vor, für dieses Ereignis gerüstet zu sein - es ist die Zeit des Vietnamkrieges. Während der Großteil der jungen Männer versucht, der Einberufung zu entgehen, drängt er mit aller Macht darauf, endlich in die Armee aufgenommen zu werden....

Ein monumentales Werk, das sich nicht so einfach in ein paar Worten schildern lässt. Eine typische Kleinstadt in Amerika vor dem Vietnamkrieg; die Prüderie, das Schulwesen, die erste Liebe - und das alles mit dem unwiderstehlichen Charme eines John Irving erzählt.

Geschichten wie diese, dass ein Mensch durch einen Baseball getroffen wird und daran stirbt sind typisch für die Schicksale, die seine Figuren zu durchleben haben.

Es passieren die unmöglichsten Dinge - und sie werden so phantastisch erzählt, das man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. (Schön, das seine Romane auch immer sehr lang sind.)

Einzig der Schwerpunkt auf Religion hat mein Lesevertrüben etwas getrübt.

John Irving kann man nicht nacherzählen, man muss ihn selbst lesen.

John Irving

John Irving wurde 1942 in Exeter, New Hampshire, geboren. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. Er lebt in Toronto und im südlichen Vermont.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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