Originaltitel: Ripley´s Game
Krimi. Diogenes 1976
413 Seiten, ISBN: 3257203462


Tom Ripley ist kein schlechter Mensch. Auch wenn er keine Gewissensbisse hat, wenn er einen Menschen töten muss, um seine Pläne nicht gefährdet zu sehen. Das konnte man im "Talentierten Mr. Ripley" und "Ripley Under Ground" bereits nachlesen. Doch nur, um seinem Freund Reeves einen Gefallen zu tun, zwei Männer zu töten - auch wenn sie Mafiosi wären - nein, das geht doch zu weit.
Aber er hat eine Idee - in seinem Ort lebt ein Mann, der an einer unheilbaren Krankheit leidet. Es hat zwar noch einige Jahre Lebenszeit vor sich, doch mit seinem kleinen Rahmengeschäft kann er seiner Frau und seinem Sohn gewiss nie eine sichere Zukunft bereiten, kann ihnen nichts hinterlassen, wenn seine Gesundheit sich doch verschlechtern sollte.
Was also, wenn man das Gerücht in die Welt setzt, seine Krankheit hätte sich verschlimmert? Er hätte nur noch maximal ein halbes Jahr zu leben? Und ihm dann für einen absolut einfachen, leicht durchzuführenden Mord eine Geldsumme bietet, die ihn jeder Sorge entheben würde? Kann man damit einen rechtschaffenen Mann verführen?
Eines kann schon verraten werden: ja, man kann Jonathan dazu verführen, die Pistole in die Hand zu nehmen und den Mafiosi zu erschießen.
Aber was danach passiert, wie es Tom Ripley wieder einmal gelingt, relativ unbeschadet aus all den Verwicklungen, Verfolgungen und Verstrickungen wieder herauszukommen, so dass - wie üblich - nur der Schatten eines Verdachtes an ihm hängen bleibt, das ist absolut packend und spannend geschrieben.
Beinahe erliegt man selbst der Argumentation Tom Ripleys, wenn er davon spricht, dass man es eigentlich fast als gutes Werk bezeichnen könnte, einen Mafiosi um die Ecke zu bringen…
Patricia Highsmith, geb. 19.1.1921 Fort Worth (Texas) - gest. 4.2.1995, Locarno (Tessin), begraben in Tegna (Tessin), studierte Literatur und Zoologie am Barnard College / New York. Erste Stories in der High-School-Zeit, erster Lebensunterhalt als Comic-Texterin, erster Welterfolg 1950 mit ihrem ersten (von Alfred Hitchcock verfilmten) Roman "Zwei Fremde im Zug". 1963 Übersiedlung nach Europa. Weitere Verfilmungen ihrer vielfach preisgekrönten Werke durch Claude Chabrol, Wim Wenders, Sydney Pollack und zuletzt Anthony Minghella.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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