Alexa Henning Von Lange - Woher ich komme

Originaltitel: Woher ich komme
Roman. Rowohlt Berlin Verlag 2003
109 Seiten, ISBN: 3871344591

Wieder geht die Reise ans Meer; mit ihrem Vater fährt die Erzählerin die vertraute Strecke, wieder in die Ferienwohnung, die sie in früheren Zeiten immer bewohnt hatten. Alles ist noch da, das Einschussloch beim Kamin, Herr Wallbrecht, der Vermieter, die Stockbetten - nur die Mutter und der kleine Bruder nicht mehr, denn die waren beim letzten Mal hier geblieben - im Meer, Opfer der Gezeiten.

Nach dem Tod der Mutter war sie selbst krank geworden, hatte eine Weile in einer Klinik verbracht. Ob sie jemals ordentlich darüber geredet hätten?

Nein, das hatten sie nicht. Weder über den Tod der Beiden - noch darüber, dass der kleine Bruder gleichzeitig der Bruder ihrer besten Freundin Sophie war, was sie eigentlich gar nicht wissen sollte. Und auch nicht darüber, was Herr Wallbrecht auf dem Hochsitz von ihr wollte, warum man damals so überstürzt abgereist war - und nun waren sie wieder da, sie und ihr Vater, am gleichen Ort, und doch verändert...

Ich war gespannt darauf, was die Autorin aus der Ausgangslage machen würde - der Rückkehr an den Ort, an dem die Hälfte der Familie ertrunken war, der noch in anderer Hinsicht so einschneidende Erinnerungen geprägt hatte.

In kleinen Gedankensplittern bekommt man einen Eindruck davon, was damals, bis heute, passiert sein mag; es wirklich auszuloten, hatte ich den Eindruck, wagt die Autorin nicht, sie lässt alles lieber im Vagen, Ungewissen, macht den Text dadurch kunstvoll verschlungen. Auf mich machte das allerdings mehr den Eindruck, sie wünscht zu verbergen, dass es ein wenig an Substanz fehlt.

Dabei war ich von der Art zu schreiben sehr angetan; die Autorin entwirft sehr eindrucksvolle Bilder, und ich bin schon neugierig darauf, was noch nachkommt.

Alexa Henning Von Lange

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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